Das IVY Portfolio: Videos, Fragen und Antworten

Das IVY Portfolio: Videos, Fragen und Antworten

Urban Jäkle     18. September 2017     0


Das IVY Portfolio: 100% systematisch, real gehandelt von US-Universitätsstiftungen und Fondsmanagern. Diese Strategien können Sie ab sofort mit TAI-PAN (End-of-Day) selbst umsetzen!

Wie funktioniert das IVY Portfolio?

IVY Portfolio 2

Die Auswahl der Besten:

Stufe 1: Auswahl der Marktgruppen, maximal drei aus folgenden fünf: Aktien USA, Aktien Welt ohne USA, Rohstoffe, Immobilien, Anleihen. (Gemäss dem Konzept des US-Fondsmanagers Meb Faber)

Stufe 2: Relative-Stärke-Selektion innerhalb der gewählten Marktgruppen. (Gemäss der Methode von Andreas Clenow)

„Wenn eine Aktie schon eine Weile gestiegen ist, dann steigt sie mit grösserer Wahrscheinlichkeit weiterhin.

Eine Aktie, die schneller steigt als andere Aktien, steigt wahrscheinlich weiterhin schneller als alle anderen Aktien.

Der Momentumeffekt ist ein Marktphänomen, das wahrscheinlich nicht verschwindet, denn es gehört zur Natur des Menschen.

Jeder liebt Gewinner.“

Andreas Clenow, „Stocks on the Move

Das IVY Portfolio Stufe 1: "Das richtige Schiff"


Das IVY Portfolio Stufe 2: Ergebnisse


Fragen und Antworten zum IVY Portfolio

Klaus-Peter Boscheinen:
Ich habe Faber nicht gelesen, da ich seit Jahren den Ansatz von Gary Antonacci als ersten Marktfilter einsetze. Antonacci prüft allerdings nur 2 Assetklassen, nämlich Anleihen und Aktien und hier dann auch stocks ex-US und stocks Welt.

Urban Jäkle:
Ich habe mir gerade noch mal sein Buch angeschaut, das es seit kurzem auch auf deutsch gibt! (Es ist damit eine gute Alternative bzw. Ergänzung zu Meb Faber's "IVY Portfolio" und vor allem geeignet für alle, die kein englisch verstehen).

Im Prinzip ist das Buch dem von Meb Faber in seinen Handelsanweisungen sehr ähnlich (kaufe die schnellsten "Schiffe" und steig aus, sobald sie sinken) bis auf die Einschränkung auf weniger Anlageklassen. Wobei Antonacci 12 Monate nimmt, Faber 10 Monate- das sollte keine Rolle spielen.

Faber orientiert sich mit seiner Methode an den Stiftungen Harvard und Yale. Und diese halten seit Jahrzehnten nicht nur Aktien und Anleihen, sondern auch Rohstoffe und Immobilien. Und daran orientiere ich mich.

Trotzdem noch ein paar Bemerkungen zu Antonacci vs. Faber:

Ich finde es interessant wie Antonacci argumentiert, dass er nur zwei Anlageklassen benutzt (Aktien und Anleihen statt Faber: Aktien, Anleihen, Rohstoffe, Immobilien).

Einerseits sagt er, dass Anleihen in den nächsten 30 Jahren nicht mehr die gute Performance erzielen werden, die sie in den letzten 30 Jahren hatten (eine Zinssenkung nach der nächsten bzw. staatl. Anleihen-Kaufprogramme usw. kann es künftig kaum noch geben).

Andererseits nimmt er keine Rohstoffe ins Depot, weil deren Performance in den letzten 30 Jahren zu niedrig und ihr Risiko (Schwankungen, extreme Rückgänge) zu hoch waren.

Hier könnte man aber auch genau so gut argumentieren, dass die Rohstoffe aufgrund von Bevölkerungswachstum, Anstieg des Lebensstandards in Ländern wie China und Indien in den nächsten 30 Jahren evtl. DIE Anlageklasse Nr. 1 werden könnten...

Diese makroökonomischen Betrachtungen dürfen für die rein technische (!) Umsetzung der Strategie (IVY Portfolio) aber keine Rolle spielen.

Klaus-Peter Boscheinen:
Es wird in die Anlageklasse investiert, die besser läuft. Eine monatliche Prüfung ist hier ausreichend. Es gibt jedoch umfangreiche Studien und Backtests (auch von Antonacci selbst), die nachweisen, dass ein 10 Monatsfilter eine sehr ähnliche (sogar minimal bessere) Rendite bringt.

Da dies weniger Arbeit macht, nutze ich diesen, genau wie Sie und Clenow, um zu entscheiden, ob in Aktien investiert werden kann. Hieraus ergibt sich die erste Frage:

Sie handeln von den fünf Assetklassen stets die führenden drei. Wie gehen Sie vor, wenn eine der sich im Depot befindlichen „Schiffe“ (wie Sie es nennen 😉) „überholt“ wird?

Urban Jäkle:
Ein Schiff, das überholt wird, behandle ich gleich wie eines das untergeht. D.h. ich nehme in dieser Marktgruppe keine neuen Positionen mehr hinzu (im Falle von Stufe 2. Falls das Schiff, das auf den 4.Platz zurückfällt, der Anleihen ETF ist, dann natürlich raus und in schnelleres Schiff rein mit normaler Rotation).

Klaus-Peter Boscheinen:
Es kommt ja immer wieder vor, dass sehr starke Aktien im Depot sind, deren Stopp (nach Clenow und Ihnen die 100-Tage-Linie) noch lange nicht ausgelöst sind/werden, obwohl die Assetklasse (Schiff) nicht mehr zu den drei stärksten gehört. .... Verbleiben diese, könnten sich hiernach durchaus vier Schiffe im Meer bewegen…

Urban Jäkle:
Ich lasse die Aktien (nach Clenow) so lange laufen, bis sie von selbst herausfallen (entweder der 100 Tage MA-Stop wird ausgelöst, falls die betreffende Marktgruppe schwächelt. Oder es kommt der Ereignis-bezogene Ausstieg, dass die Aktie nicht mehr zu den besten 20% Papieren gehört und deshalb raus fällt. So lange warte ich.).

Aber richtig- das gibt manchmal kleinere "Herausforderungen" im Money-Management.

Drei neue Marktgruppen kommen rein und man hat noch Bestände der nun 4. Marktgruppe. Jetzt hat man plötzlich mehr Geld im Markt. Solche Themen besprechen wir am besten in einem Workshop, den ich in den nächsten Monaten bestimmt anbiete.

Klaus-Peter Boscheinen:
Oder schichten Sie tatsächlich den kompletten Bestand ganz einfach in „die neue stärkere“ Assetklasse (Schiff) um und verkaufen den kompletten Bestand. Geht das aus dem Faber-Ansatz hervor?

Urban Jäkle:
Nein (s.o.). Das geht nicht aus dem Faber Ansatz hervor. Faber handelt ja nur ETFs, d.h. er hat maximal drei, manchmal auch weniger wie 2008, aber niemals vier.

Klaus-Peter Boscheinen:
Die 2. Frage ergibt sich im Prinzip aus der ersten. Die Assetklasse fällt unter die 10-Monats-Linie, ein Zukauf bzw. Neuaufnahme ist somit verboten. Allerdings „überleben“ 2 Aktien.

Drei andere Assetklassen liegen über ihrem GD oder überschreiten diesen irgendwann. Was ist mit dem Restbestand der 2 übrig gebliebenen Werte ? Verbleiben diese, könnten sich hiernach durchaus vier Schiffe im Meer bewegen…

Clenow hat dieses Problem nicht, da er lediglich schaut, ob der S&P 500 über seinem GD liegt, was dann bedeutet: investieren oder nicht?

(da er keine unterschiedlichen Assetklassen verwendet). Ich gehe mal davon aus, dass Faber hierzu etwas sagt oder Sie selber ggf. Regeln definiert haben?

Urban Jäkle:
Wie gesagt: ich lasse die Gewinnpositionen in Stufe 2 so lange laufen, bis sie gemäss Clenow's Regeln verkauft werden müssen.

Klaus-Peter Boscheinen:
Im Webinar kam z.B. die Frage, ob der Ansatz auch mit anderen Indizes bzw. Aktienkörben funktioniert (z.B. Dax, etc.). Ich habe nicht alles bis ins Detail getestet, doch kann ich sagen, dass dies nach meinen Erfahrungen langfristig gesehen z.B. im Dax keine sonderliche Outperformance zum Dax selber) bringt.

Die Betrachtung der Filter sollte ausschließlich auf Basis des US-Marktes geschehen, wie bei fast allen Ansätzen ist Europa bzw. Deutschland/Dax viel zu klein für eine aussagekräftige Entscheidungsfindung.

Ich will nicht unbedingt sagen „je größer der Aktienkorb, desto besser“ doch 30 Werte des Dax sind ganz einfach zu wenig.

Urban Jäkle:
Ein guter und wichtiger Punkt! Das ist auch meine Erfahrung.

Ja genau, die Methode lebt von einem ausreichend grossen Universum!

IVY Poerfolio 4

Klaus-Peter Boscheinen:
Ich habe in TAI-PAN eigene Aktienuniversen zusammengestellt, die gewissen Qualitätsfiltern unterliegen. Sinn machen aus meiner Sicht Größenordnungen ab 200 bis 300 Werten. Z.B. „Urban-Stocks-Filter“ über ein Aktienuniversum von H-Dax und Nasdaq100 (Was ich jedoch nicht mache, meine Aktienuniversen sehen anders aus, wobei dies nicht entscheidend ist).

Urban Jäkle:
Es gibt Untersuchungen, die belegen, je größer das Universum, das betrachtet wird, desto besser die Performance.

Klaus-Peter Boscheinen:
Hinweisen möchte ich noch auf das Währungsrisiko, dieses sollte man zumindest im Auge behalten.

Urban Jäkle:
Darauf möchte ich kurz in meinem nächsten Webinar eingehen. Das Risiko ist natürlich da, aber nach meinen Erfahrungen übertrifft die Performance der Stufe 2 in der Regel die Schwankungen der Währungen.

Klaus-Peter Boscheinen:
Die ATR-Gewichtung von Clenow nimmt zwar etwas Gesamtvolatilität aus dem Depot, was jedoch (meine Erfahrung/Tests) auch zu Lasten der Performance geht (Logisch, Risikominimierung kostet Geld 😉

Urban Jäkle:
Stimmt.

Klaus-Peter Boscheinen:
Ich steige etwas anders ein (Berücksichtigung von marktbreiten (US !) Daten und vorab zusätzlich bestätigten Signalen.

Urban Jäkle:
Evtl. können Sie Ihren innovativen Ansatz noch etwas näher erklären. Wie definieren/messen Sie die Marktbreite genau?

Klaus-Peter Boscheinen:
Auch unter der 10 Monatslinie bekomme ich so recht frühzeitig gute Signale, allerdings neige ich dazu in diesen Phasen eher schwache Werte ins Depot zu nehmen (Relative Schwäche). Mehr dazu demnächst einmal.

Ihr Urban-Stocks-Filter ist in sofern genial und ein sensationell mächtiges Mittel, weil er -wie Sie bereits auch gestern erwähnt haben- die Werte sehr oft erst nach einem Pullback in die Kaufränge schiebt.

Urban Jäkle:
Danke- aber das ist natürlich auch nicht immer so...

In meinem geplanten Workshop und/oder einem Youtube-Film plane ich, die Regression etwas näher im Detail zu erklären.

Diese Methode ist ja recht alt in der Mathematik, aber an der Börse doch erstaunlich neu- erst genannt im Buch Trading Systems von Perry Kaufman Ende der 90er; dann VTAD Award von J. Lenz (2011) und natürlich Clenow.

Klaus-Peter Boscheinen:
Ich gebe Ihnen absolut Recht, dass der ganze „Hokuspokus“ der Chartleserei und Indikatorenmanie zwar interessant ist, aber in der heutigen Zeit kaum noch zu nennenswerter Outperformance führt. Mit diesen und ähnlichen Ansätzen liegt man meilenweit vorne, solange man sich an die Regeln hält.

Den Drawdown des Original-Clenow-Ansatzes hatten Sie ja genannt. Ich möchte hier keine Zahlen nennen, da sich dies oftmals sehr reißerisch anhört und drücke mich einmal anders aus: Mein -wie gesagt- sehr, sehr ähnlicher Ansatz, allerdings um gewisse Filter ergänzt, lieferte in den vergangenen fünf Jahren ein ungefähres Verhältnis von 3,5 zu 1.

Das heißt, die Rendite war ca. 3,5 mal so hoch wie der maximale Drawdown. Ich kann nicht beurteilen, ob dies auf die Marktphasen zurückzuführen ist, gehe allerdings nach heutigen Studien nicht davon aus.

Ich bin -anders als Clenow- auch in Aufwärtsphasen nicht immer im Markt, wodurch mein Risiko ohne Performanceverlust minimiert ist, weil das „edge“ nach Einstieg, die „liegengelassene Performance“ deutlich übertrifft.

Ganz, ganz herzlichen Dank für Ihre Mühen und die Programmierung in TAI-PAN, sowie Ihre Informationen.

Ich freue mich auf die Beantwortung der Fragen und einen gerne regen Austausch mit Gleichgesinnten im TAI-PAN Forum.

Vielen Dank für Ihre interessanten Fragen!
Urban Jäkle

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