Klimawandel und KI - warum Sie jetzt Ihre Anlagestrategie überdenken sollten

Klimawandel und KI - warum Sie jetzt Ihre Anlagestrategie überdenken sollten

Beitrag Redaktion     08. November 2019     0


Der Klimawandel ist als Thema allgegenwärtig. Nicht umsonst befassen sich Politik und Wirtschaft intensiv mit dieser Thematik. Die globalen Klimaziele werden wahrscheinlich nicht erreicht.

Der Klimawandel ist unter den momentanen Gegebenheiten nicht wirklich aufzuhalten. So viel steht jetzt schon fest. An den Aktien- und Finanzmärkten wird ein solches Szenario nicht spurlos vorübergehen.

Auch Anleger und Investoren müssen mit entsprechenden Folgen und Konsequenzen rechnen.

Zusammen mit den Veränderungen durch das Aufkommen und Integrieren der Künstlichen Intelligenz (KI) wird der Klimawandel Märkte und Verhaltensweisen nachhaltig beeinflussen und bislang erfolgreich genutzte Anlagestrategien quasi revolutionieren.

Viele offene Fragen für Anleger und Investoren

Wie aber sollen Sie als Anleger mit langfristiger Anlagestrategie mit den Megatrends Klimaschutz bzw. Klimawandel und Künstliche Intelligenz umgehen? Welche Chancen bieten sich?

Besser gefragt:

Gibt es überhaupt Chancen? Oder überwiegen die Risiken? Wie werden die wichtigsten Finanz- und Aktienmärkte weltweit reagieren? Haben diese beiden Megatrends auch Auswirkungen auf die Vermögensverwalterbranche sowie auf Asset-Allocation-Strategien?

Im Fokus stehen dabei folgende Fragestellungen:

  • Wie nehmen die Anleger weltweit den Klimawandel und die Künstliche Intelligenz wahr?
  • Welche Anlage- und Investitionsprobleme verursachen diese beiden Faktoren?
  • Welche alternativen Lösungen bieten der Klimawandel und die KI Anlegern, Sparern und Tradern?
  • Welche Auswirkungen sind im Hinblick auf die Asset-Allocation-Ansätze zu erwarten?
  • Inwieweit ist die Vermögensverwalterbranche von dieser Entwicklung betroffen?

Eindeutig beantworten lassen sich diese und auch alle anderen Fragen zu den Auswirkungen von Klimawandel und Künstlicher Intelligenz zu diesem Zeitpunkt nicht eindeutig.

Aber es zeichnen sich Trends ab, Erwartungshaltungen verfestigen sich und der ungewisse Blick in die Zukunft bietet Börse, Investoren, Anlegern und Unternehmen einen ganz neuen Spannungsbogen. Eine ganze Branche wird von einem echten Thrill-Effekt in Atem gehalten.

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Aktuelle Studie bestätigt starke Veränderungen für Anleger

Besonders clevere oder vielleicht auch nur einfach besonders nervöse Anleger respektive Investoren haben längst damit begonnen, ihre Portfoliostrukturierung zu überdenken und neu auszurichten. Ob das der richtige Weg ist, wird sich zeigen.

Was aber feststeht, ist die Tatsache, dass sich die Zukunft des Anlegens und Investierens verändern wird. Das bestätigt nicht zuletzt die am 16. September 2019 veröffentlichte Studie "Future 2024: Future proofing your asset allocation in the age of mega trends" von BNY Mellon Investment Management in Zusammenarbeit mit CREATE-Research.

Der Klimawandel wird als Risikofaktor für Anlagen angesehen

Demnach steht die große Mehrheit der institutionellen Anleger mit einem verwalteten Vermögen von knapp 13 Billionen US-Dollar den zukünftigen Entwicklungen durch die beiden beherrschenden Themen Klimawandel und KI skeptisch gegenüber.

Gerade der Klimawandel mit den daraus resultierenden Maßnahmen zum Klimaschutz wird von über 90 Prozent dieser Gruppe als ein Anlagerisiko beurteilt. Das ist in den aktuellen Kursen allerdings noch überhaupt nicht oder nur in Auszügen berücksichtigt.

Gut 85 Prozent der institutionellen Anleger bewerten auch die immer weiter in der Entwicklung voranschreitende Künstliche Intelligenz als ein Anlagerisiko, da es mittel- bis langfristig zu geopolitischen Spannungen und gesellschaftlichen Verwerfungen kommen könnte.

Anleger stehen vor gänzlich neuen Herausforderungen

Klar ist, dass gerade die engagierten Anleger sowohl den Klimawandel bzw. die Umwelteinflüsse als auch die KI als zentrale Faktoren bei der Zusammenstellung des eigenen Portfolios ansehen.

Im Zusammenhang mit dem Klimawandel stehen besondere anlagespezifische Herausforderungen hinsichtlich eben der Bereiche, die eine ungewisse Entwicklung aufweisen, von ihrer Grundstruktur her aber zukunftsorientierte Einschätzungen erfordern.

Dies maximiert quasi das Verlustrisiko. Wenn Sie sich näher mit der Thematik Klimawandel beschäftigen, sollten Sie vor allem die folgenden Aspekte berücksichtigen.

  • Bepreisung von CO2-Emissionen

    Im Pariser Abkommen ist eine höhere Bepreisung von CO2-Emissionen vereinbart worden. Diesbezüglich kommt es aktuell aber nur zu langsamen Fortschritten. Daher lässt es sich noch überhaupt nicht abschätzen, ob und wann genau es zu staatlichen Maßnahmen kommt.

    Fallen diese Maßnahmen dann vergleichsweise hart gegenüber den Unternehmen aus, könnte dies von heute auf morgen die gesamte Kurslandschaft auf den Kopf stellen. Die Gewinner von heute können dann plötzlich zu Verlierern werden.

    Das betrifft dann eben nicht nur die betroffenen Unternehmen selbst, sondern vor allem auch die Anleger, die auf langfristige Strategien setzen.

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  • Vorzeitig abgeschriebene Vermögenswerte

    Im Hinblick auf die Zukunft so bezeichneter Stranded Assets - also den vorzeitig abgeschriebenen Vermögenswerten - herrscht aufgrund der unklaren Situation der aktuell noch nicht umweltverträglich arbeitenden Unternehmen eine große Unsicherheit.

    Als Anleger müssen Sie sich dann früher oder später entscheiden, ob Sie die bestehenden Anlagerisiken bereits jetzt oder erst zu einem späteren Zeitpunkt abschreiben, was dann wiederum möglicherweise mit weitaus höheren Kosten verbunden sein könnte.
  • Festverzinsliche Wertpapiere

    Festverzinsliche Wertpapiere genießen aktuell noch einen relativ guten Ruf. Aber in Anbetracht der umweltpolitischen Situation müssen Sie bedenken, dass Sie weitaus weniger Einflussmöglichkeiten auf die Geschäftsführung von Firmen mit einem hohen CO2-Ausstoß haben als Aktionäre.

    Diese können nämlich durch ihre Teilnahme an Hauptversammlungen sowie durch das Nutzen ihrer Stimmrechte direkt auf ein Unternehmen einwirken. Inhaber von festverzinslichen Wertpapieren können demgegenüber nur zuschauen und abwarten, ob ein emissionslastiges Unternehmen mit staatlichen Auflagen und Restriktionen belegt wird.
  • ESG-Kriterien

    Sowohl viele Rating-Agenturen als auch zahlreiche Investoren integrieren die sogenannten ESG Kriterien (Evironment Social Governance; auf deutsch also Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) in ihre Wertpapier-Analysen.

    Die Frage ist hier, ob diese Faktoren zukünftig überhaupt noch als Risikofaktoren bei der Beurteilung von Aktien und Co. von Bedeutung sind. Denn die beurteilten Aspekte werden in Zukunft wahrscheinlich direkt durch Faktoren wie eine geringe Varianz und Qualität erfasst.

    Umweltbewusstsein und eine Abkehr von emissionslastigen Unternehmen respektive unternehmerischen Denkweisen fließen immer mehr in den Oberbegriff Qualität ein. Ein Wandel der Analysekriterien könnte dann auch schnell mit einer Änderung bestehender Beurteilungen einhergehen.

    Haben Sie also zum Beispiel vor zwei Jahren langfristig in Wertpapiere eines gut bewerteten Unternehmen investiert, laufen Sie Gefahr, dass die veränderten Bewertungsprinzipien zu einem deutlichen Kursabfall führen.
  • Betriebsstätten werden von Naturkatastrophen bedroht

    Ganz gleich, ob die Erderwärmung nun zwei, drei oder sogar vier Grad betragen wird - die Auswirkungen werden zu spüren sein. So wird sich die Erderwärmung zum Beispiel auch auf Produktionsstätten und administrative Zentralen auswirken.

    Denn mit der Erderwärmung steigt gleichzeitig auch die Gefahr von Naturkatastrophen, die eben diese Betriebsstätten bedrohen. Dadurch kann ein Unternehmen von jetzt auf gleich seine Basis einbüßen. Kommt es zu einem längeren Produktionsausfall, ist sogar die Existenz bedroht.

    Für Anleger gibt es hier kaum eine Gelegenheit zum vorausschauenden Planen. Kann ein Unternehmen nicht mehr produzieren, wird der Kurs in den Keller rutschen. Kommt es zur Aufgabe, ist die gesamte Anlage futsch.

    Daher spielen zukünftig auch die Standorte und die geografischen Gesichtspunkte der Lage eine größere Rolle bei der Bewertung von Unternehmensaktien. Dies bedeutet dann aber auch, dass ambitionierte Anleger noch mehr Daten über ein Unternehmen sammeln müssen als bisher. Aber auch das ist längst kein Freibrief.

Klimawandel - damit müssen Sie als Anleger also rechnen

Angesichts der Herausforderungen im Hinblick auf den Klimaschutz und den Klimawandel sollten sich Anleger auf zukünftige und wahrscheinlich einschneidende staatliche Maßnahmen vorbereiten und einstellen.

Zudem können Sie als Aktionär aktiv Einfluss auf emissionslastige Unternehmen und deren Entscheidungen in Bezug auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz nehmen.

Außerdem ist davon auszugehen, dass sich die Anlage-Investitionen in grüne Anleihen deutlich erhöhen werden und dass sich die ESG-Kriterien in einen standardmäßigen Qualitätsanspruch aufgehen, was die Gewichtung der Kriterien als Instrument zur Risikominimierung verändert.

Die anlagespezifischen Herausforderungen hinsichtlich der KI

Veränderungen in einem ähnlichen Umfang erwarten die Marktexperten auch durch den Aufstieg der Künstlichen Intelligenz. Nach ihrer Ansicht müssen sich Anleger diesbezüglich in erster Linie mit vier wesentlichen anlagespezifischen Herausforderungen auseinandersetzen.

  • Reduzierter Lebenszyklus von Unternehmen

    Langfristige Anlagen könnten nahezu geschlossen ein weitaus höheres Verlustrisiko als bisher aufweisen. Das liegt vor allem daran, dass die KI sowohl Gewinner als auch Verlierer in der Geschäfts- bzw. Unternehmenswelt hervorbringen wird.

    Was im Umkehrschluss bedeutet, dass sich die Lebenszyklen von Unternehmen - aufgrund immer neuer Entwicklungen und Technologien im Rahmen der KI - verkürzen wird. Das macht langfristige Anlagen natürlich unsicherer.

    Ein Blick in das Jahr 2007 reicht, um abschätzen zu können, was das bedeutet. In dem Jahr brachte Apple sein iPhone auf den Markt, was weltweit als Innovation und technologischer Fortschritt gefeiert wurde.

    Der damalige Weltmarktführer Nokia wurde in den Folgejahren dadurch regelrecht an die Wand gedrückt, wie das renommierte Handelsblatt resümierte. Als Konsequenz daraus versagten erst die Kunden Nokia die Treue und anschließend entzogen auch die Anleger Nokia das Vertrauen.

    Der Kurs und auch die gesamte Wertschätzung des Handy-Konzerns sackten merklich ab. Es folgten falsche und zudem viel zu späte Entscheidungen - und damit dann auch der rasante Absturz des ehemaligen Handy-Giganten. Erst seit 2017 hat sich Nokia wirklich von der Krise erholt, was sich auch im Aktienkurs deutlich zeigt.
  • Keine eindeutigen Branchenzuordnungen

    Die KI sorgt sicher dafür, dass Produkte neu gestaltet werden. Dadurch verschwimmen Branchengrenzen, was dann zu Bewertungsproblemen führen kann. Als exemplarisches Beispiel hierfür lässt sich das Unternehmen Tesla anführen.

    Anfangs auf den Bau von Elektroautos fokussiert, ist das US-amerikanische Unternehmen inzwischen in gleich mehreren Branchen tätig. Eine generelle Branchenzuordnung ist daher nicht möglich, was Analysten dann auch bemängeln. Entsprechende Bewertungen bilden daher nicht immer den tatsächlich realen Ist-Zustand des Gesamtkonzerns ab.
  • Rückverlagerung von Produktionsprozessen

    Zukünftig werden gerade die Industrienationen bzw. die technologisch und wirtschaftlich starken Länder verstärkt auf die KI setzen. Dadurch wird es zu einer Rückverlagerung von Produktionsprozessen kommen. Das schwächt zum einen deutlich die Zukunftsaussichten von Schwellenländern.

    Zum anderen verschieben sich die geografischen Zentren innerhalb global ausgerichteter Lieferketten. Diese Entwicklung ist in kleinem Rahmen jetzt schon durch das Aufkommen und die Möglichkeiten von Technologien wie dem 3D-Druck zu beobachten. Dies sorgt für neue Bewertungsgrundlagen.
  • Beurteilung von Vermögenswerten

    Durch den Einsatz von neuen Technologien im Rahmen der Künstlichen Intelligenz ist es gut denkbar, dass sich die immateriellen Werte von Unternehmen mitunter deutlich erhöhen.

    Das hat für Anleger aber eine negative Seite. Denn dieser Umstand erschwert die Bewertung von Vermögenswerten.

Künstliche Intelligenz - damit müssen Sie als Anleger also rechnen

Als Reaktion auf diese Umwälzung bislang gültiger Gegebenheiten werden Anleger auf kombinierte Anlagestrategien zurückgreifen müssen. Für die Praxis bedeutet dies, dass Sie einen Mix aus passiven und aktiven Anlagestrategien finden müssen, wobei das jeweils spezifische Risiko des eigenen Portfolios im Fokus steht.

Zudem muss grundsätzlich eine sorgfältige und umfassende Recherche betrieben werden. Dies ist die Grundvoraussetzung dafür, um Innovationsführer frühzeitig zu identifizieren.

Zudem sollten Sie als Anleger aufgrund der zu erwartenden Entwicklung der Märkte und Unternehmen sowohl harte als auch weiche Kennziffern in jede Chancen- und Risiko-Analyse einbeziehen.

Was kommt jetzt definitiv als Anleger auf Sie zu?

Es wird ohnehin schwieriger werden, die richtigen Kauf- und Strategieentscheidungen in einer sich stark und kontinuierlich wandelnden Welt zu treffen. Der Klimawandel und auch die KI erschweren dies zusätzlich. Schon jetzt haben diese beiden Megatrends das Verhalten und die Funktionsweise der Märkte verändert.

Experten wie Thilo Wolf von BNY Mellon Investment Management sehen den Klimawandel und die Künstliche Intelligenz nicht umsonst als die entscheidende Herausforderung sowohl für die aktuelle als auch insbesondere für die kommende Generation von Anlegern und Vermögensverwalter an.

Hinzu kommt, dass diese langfristigen Themen auch die entscheidenden Schlüsselfaktoren im Hinblick auf die Vermögensallokation bilden.

Diese Entwicklung ist zu erwarten:

  • Es ist davon auszugehen, dass unkorrelierte absolute Erträge in den Fokus rücken und an Stellenwert deutlich zulegen. Dadurch profitieren besonders die außerbörslichen Märkte von einer veränderten Vermögensallokation, während die börslich geregelten Märkte weitaus weniger positive Effekte generieren.
  • Junge und innovationsstarke Startups werden zukünftig immer stärker durch Private Debt finanziert. Demgegenüber wird Private Equity in der Zukunft vornehmlich für Unternehmens-Umstrukturierungen genutzt, die durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz realisiert werden.
  • Derzeit liegt die Anleger-Allokation in private Märkte laut Studien bei etwa 19 bis 31 Prozent. Dieser Wert wird in den nächsten Quartalen voraussichtlich weiter steigen.
  • Ähnlich sieht es bei Smart Beta und ETFs aus. Aktuell machen diese Werte maximal 40 Prozent der jeweiligen Portfolios aus. Thilo Wolf und andere Wertpapier-Experten rechnen damit, dass Positionen dieser Art durch die anlegerspezifischen Folgen des Klimawandels und der KI eine noch dominantere Rolle innerhalb der nächsten zehn Jahre einnehmen.
  • Im Rahmen der Vermögensallokation wird es zu einer weiterhin starken Verschiebung von geregelten börslichen zu außerbörslichen Märkten sowie von aktiven zu passiven Anlagen kommen.
  • Die Zeichen deuten darauf hin, dass aktive Anlagen in Zukunft den Fokus verstärkt auf Satelliten in illiquiden oder ineffizienten Märkten richten werden, während der Core-Anteil bei den passiven Anlagen erhöht wird.
  • Die Vermögensverwaltungsbranche wird sich in ihrer Gesamtheit angesichts der Megatrends Klimawandel und KI innerhalb des nächsten Jahrzehnts voraussichtlich grundlegend verändern.


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