Die Crash-Propheten: Warum jetzt alle Angst vor fallenden Kursen haben

Die Crash-Propheten: Warum jetzt alle Angst vor fallenden Kursen haben

Mike Seidl     10. September 2018     0


Steht der Crash jetzt kurz bevor?

Im hochsommerlichen August habe ich mir wie jedes Jahr die Zeit genommen, der Börse einmal für drei Wochen den Rücken zu kehren und mich ganz entspannt den tollen Verlockungen des Lebens hingegeben, für die mir meine Leidenschaft für den Börsenhandel zu wenig Zeit lässt.

Allerdings muss ich zugeben, dass der Freigeist – wenn auch nur hintergründig – ab und an über die Börse gestreift ist. Nicht in Form von Charts oder Wirtschaftsnachrichten.

Vielmehr habe ich gedanklich etwas aufgeräumt und Licht ins Nachrichtenwirrwarr der letzten Zeit gebracht.

Denn während meiner täglichen Marktvorbereitung bin ich immer wieder auf Überschriften von Artikeln gestoßen, die das Ende der Aktienhausse in Amerika zu sehen glauben.

Die Crash-Propheten

Gerade heute ist mir wieder ein Tweet über den Weg gelaufen, der wegen der aktuellen Zinssituation in den USA das Ende des Bärenmarktes ins Spiel bringt nimmt.

Crashpropheten

Ohne, dass ich diese Artikel im Detail lese, weil mir zum einen die Zeit dafür fehlt und sich der Markt zum anderen eh nicht daran hält, kommt mir – egal auf welchen starken Markt sich die diversen Überschriften beziehen – immer wieder die gleiche Frage in den Kopf:

„Was treibt die Menschen bei der Blickweise auf die Kapitalmärkte wieder und wieder an, bei den Top-Performern das sprichwörtliche „Haar in der Suppe“ zu suchen?

Ich habe keine Erklärung dafür, deshalb mutmaße ich einmal: Ist es die Angst, auf die mit Bezug auf die Vergangenheit hohen Kurse in Kombination mit der Tatsache, dass die Performance nur außerhalb des eigenen Portfolios stattgefunden hat?

Crash 2

Was auch immer die Gründe dafür sein mögen, der weiteren Entwicklung des derzeit äußerst bullischen US-Marktes ist das mit Sicherheit egal. Der Markt macht was er will.

Und was machen wir Trader: Ich halte das bei der Suche nach interessanten Titeln recht einfach:

Stärke verlangt nach weiterer Stärke.

So blicke ich auch zuversichtlich in die kommenden Monate. Nicht nur am US-Markt. Sicherlich kann alles anders kommen als gedacht. Dafür passt man sich dem Markt an, kauft Stärke und verkauft Schwäche.

Im Grunde genommen, passen die Puzzleteile für weitere Kursanstiege zusammen. Wirtschaftlich läuft es in der Welt recht ordentlich. Die Inflation ist in Europa mittlerweile wieder im Bereich der Zielmarke von 2% angekommen.

Die Anzahl der Beschäftigten wächst und die EZB schreitet weiter auf eine Normalisierung der Geldpolitik zu. In den USA läuft es hervorragend, was für deren Handelspartner gut ist.

Sehr geringe Arbeitslosigkeit, steigende Löhne sowie eine wirtschaftsfreundliche Steuerpolitik sind ein guter Nährboden für weiter steigendes Wirtschaftswachstum und höhere Aktienkurse.

Sicherlich, die Hausse dauert seit 2008 an, was wirklich außergewöhnlich ist. Deswegen den Kopf in den Sand zu stecken und ständig auf der Suche nach Anzeichen für einen Crash zu sein ist der Performance in Depot sicherlich wenig zuträglich.

Es ist ganz klar sehr wichtig, mögliche Risiken im Blick zu behalten.

Denn geopolitisch sind beispielsweise mit den Themen „Türkeikrise“ oder „Handelsstreitigkeit mit China“ tatsächlich Störfeuer vorhanden, die für Volatilität sorgen können.

Doch wie sähe das Gewinnwachstum denn aus, wenn die Margen weniger stark wachsen, dafür allerdings die Verkäufe durch die gestiegene Kaufkraft in die Höhe schießen?

Am Ende kommt es den großen Spielern am Kapitalmarkt nur darauf an, ob die Unternehmen die Gewinne weiter ausbauen können. Selbstverständlich können sich Lohnsteigerungen negativ auf die Unternehmen auswirken.

Denn wenn diese die Produktpreise am Markt nicht erhöhen können, wirkt sich das negativ auf die Margen aus, was das Gewinnwachstum verlangsamen kann.

Darauf weisen Kritiker gern hin!

Doch wie sähe das Gewinnwachstum denn aus, wenn die Margen weniger stark wachsen, dafür aber die Verkäufe durch die gestiegene Kaufkraft in die Höhe schießen?

Selbst dann, wenn sich das Gewinnwachstum verlangsamt, muss das bei sonst stabilen Verhältnissen kein Grund für fallende Kurse sein. Aus diesem Blickwinkel betrachtet, gibt es genügend Gründe dafür, die die Stärke der US-Märkte untermauern.

Mit Blick auf die Europa, Deutschland oder Asien sieht es nicht anders aus. Auch hier gibt es starke Industrien, die mit innovativen und zukunftsträchtigen Produkten solide Gewinne einfahren.

Der US-Markt hat – was für mich ein Zeichen der Stärke ist – eine Sommerkorrektur wie sich bei anderen Märkten stattgefunden hat, nicht vollzogen. Ob das noch kommt, weiß ich nicht.

Was ich jedoch sicher weiß ist: Wer sich auf die starken Player am Markt konzentriert, das Verhalten der Marktteilnehmer richtig liest und den starken Trends folgt, wird auf lange Sicht erfolgreich agieren.

Der Fokus bei der Streuung im Depot wird so automatisch auf die Chancen gerichtet und ermöglicht eine Struktur der Stärke.

Diese Vorgehensweise hat sich in meinem Trading als äußerst hilfreich erwiesen.

Positiver Nebeneffekt:

Die Suche nach Stärke und positiven Argumenten für ein Investment nimmt der Angst den Raum.

Den richtigen Fokus und gute Trades wünscht Ihnen
Ihr Mike Seidl

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