Markt- und Konjunkturindikatoren: Was steckt hinter den Zahlen?

Ob Einzelhandelsumsätze, Auftragseingänge, Baugenehmigungen oder Erzeuger- und Verbraucherpreise - Wertpapier- und Finanzmarktakteure benötigen Signale für ihre Entscheidungsfindung auf den jeweiligen Märkten.

Markt- und Konjunkturindikatoren dieser Art helfen ihnen dabei, zukünftige Entwicklungen in einer Branche und auf den Märkten realistischer einschätzen zu können.

Investments lassen sich dadurch sicherer platzieren und der Handel mit Aktien kann aufgrund vorliegender Marktdaten gezielter betrieben werden. Aber was steckt überhaupt hinter den Zahlen? Welche Werte sind für die Prognose von Kursen und Trends wirklich entscheidend?

Markt- und Konjunkturindikatoren

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Die Konjunkturstatistikverordnung der Europäischen Union fordert das Erfassen von Indikatoren

Konjunkturindikatoren fungieren quasi als Adrenalin für die Märkte. Es gibt diesbezüglich sogar klare Richtlinien und Vorschriften in Form der EU-Konjunkturstatistikverordnung. Diese Konjunkturstatistikverordnung bleibt in ihren Formulierungen in vielen Fällen allerdings unpräzise und trifft keine direkten bzw. maßgeblichen Aussagen darüber, welcher wirtschaftswissenschaftlichen Konjunkturdefinition sie genau folgt.

Stattdessen geht die Verordnung von einem umfassenden Konjunkturverlauf als Grundlage für die Berechnung und Ermittlung der Markt- und Konjunkturindikatoren aus. Im Mittelpunkt stehen dabei wesentliche Marktdaten wie Produktionsfaktoren und Preise sowie Angebot und Nachfrage.

Formulierungen lassen Spielraum für Interpretationen

Diese Formulierung lässt die Interpretation zu, dass neben den reinen Produktionsfaktoren auch immer die Märkte eine zentrale Rolle spielen. Durch die gleichzeitige Beobachtung von Produktionsfaktoren und Preisen geraten dagegen vor allem die Faktormärkte in den Fokus, während die Gütermärkte eher vernachlässigt werden.

Dies wird durch die Forderung nach sowohl inputorientierten Indikatoren (Beispiel: die Beschäftigung) als auch nach outputorientierten Parametern (Beispiel: der Umsatz) allerdings quasi widerlegt. Denn dies bedeutet eben im Umkehrschluss, dass auch entsprechende Indikatoren für die Gütermärkte erfasst werden sollen.

Verordnung eröffnet viele Möglichkeiten auch auf nationaler Ebene

Sie sollten dabei immer berücksichtigen, dass die entsprechenden Marktdaten kein generelles respektive vollständiges Abbild sämtlicher Angebots- und Nachfragesituationen auf allen Faktor- und Gütermärkten bietet. Dennoch liefern die jeweiligen Markt- und Konjunkturindikatoren zahlreiche Informationen, die zu einer Skizzierung der Auslastung der Produktionsfaktoren genutzt werden können.

Die Konjunkturstatistikverordnung der Europäischen Union hat daher einen großen Fundus an Variablen geschaffen, die - je nach Ausrichtung - in unterschiedlichen Anwendungsbereichen zum Einsatz kommen.

In der Praxis fungiert ein Indikator als makroökonomische Kennziffer

Grundsätzlich lässt sich ein Konjunkturindikator als eine makroökonomische Kennzahl definieren, die als Mess- und Bewertungsgröße Informationen über die aktuelle wirtschaftliche Situation respektive über die konjunkturelle Entwicklung gibt.

Konjunkturindikatoren werden genutzt, um anhand von relevanten Marktdaten Prognosen zu erstellen und als Grundlage für wichtige Investitionsentscheidungen zu dienen. Gerade für die Bewertung von Geldanlagen respektive von Aktien liefern die Konjunkturindikatoren in der Regel wichtige Daten. Aber auch die Geldpolitik der Notenbanken oder die konjunkturellen Steuerungsmaßnahmen der bundesdeutschen Regierung orientieren sich stark an den Markt- und Konjunkturindikatoren.

Wirtschaftliche Kennzahlen lassen sich in verschiedene Indikatoren-Typen unterteilen

Die Börse reagiert schon traditionell äußerst sensibel auf die Veröffentlichung von relevanten wirtschaftlichen Kennzahlen. Dabei kommt es allerdings manchmal zu einem echten Paradoxon. Denn insbesondere dann, wenn sich die aufgrund der beobachteten Konjunkturindikatoren getätigten Prognosen nicht bestätigen, kommt es an den verschiedenen Börsen zu den größten Bewegungen.

Aber auch wenn die Prognosen eintreffen, ist viel Bewegung an den jeweiligen Börsen erkennbar. Grundsätzlich müssen Sie zwischen verschiedenen Typen von Konjunkturindikatoren unterscheiden. Unterteilt werden Indikatoren dieser Art in Früh-, Gegenwarts- und Spätindikatoren sowie in Mengen- und Preisindikatoren. Mit dieser Unterteilung wird eine klare Abgrenzung zwischen Inhalten und den jeweiligen Betrachtungszeiträumen vorgenommen.

1. Frühindikatoren

Hierbei handelt es sich um sogenannte vorauseilende Indikatoren. Diese dienen dazu, die künftige Entwicklung der Wirtschaft zu prognostizieren. Als ein diesbezüglich wichtiger Indikator gilt zum Beispiel der Geschäftsklimaindex. Ermittelt wird dieser Indikator vom Institut für Wirtschaftsförderung (kurz: IFO) auf der Basis von Befragungen. Im Fokus stehen dabei die Einschätzungen der aktuellen und zukünftigen Geschäftslagen deutscher Firmen im Baugewerbe, im verarbeitenden Gewerbe sowie im Groß- und Einzelhandel.

Ein weiterer Frühindikator mit einer hohen Relevanz ist die Entwicklung der Auftragseingänge. Die statistischen Landesämter ermitteln die entsprechenden Kennzahlen durch die repräsentative Befragung deutscher Unternehmen hinsichtlich der aktuellen und zukünftigen Auftragseingänge. Je besser die Erwartungshaltung diesbezüglich ist, desto höher ist letztendlich der Index. Grundsätzlich können Sie von einer konjunkturellen Belebung ausgehen, wenn der Index gegenüber den vorherigen Erhebungszeiträumen steigt. Sowohl das Statistische Bundesamt als auch die Deutsche Bank veröffentlichen permanent die ermittelten Daten.

Neben dem Geschäftsklimaindex und der Entwicklung der Auftragseingänge werden in Deutschland und auch weltweit noch viele weitere Frühindikatoren ermittelt. Zu den wichtigsten Konjunkturindikatoren dieser Art zählen zum Beispiel der Konsumklimaindex sowie das Geldmengenwachstum und die Gewinnerwartungen der Unternehmen.

Die jeweiligen Parameter werden einerseits für die Erstellung eines Gesamtindikators genutzt, andererseits werden Indices für den Außenhandel sowie für einzelne Wirtschaftszweige angefertigt bzw. ermittelt. Folgende Parameter stellen wichtige Daten- und Informationsquellen bei der Erstellung von Frühindikatoren dar:

2. Gegenwartsindikatoren

Die so bezeichneten Gegenwartsindikatoren sind demgegenüber wichtige Kennzahlen für die momentane wirtschaftliche Situation. Indikatoren dieser Art werden im Allgemeinen auch Präsenzindikatoren, Ist-Indikatoren oder gleichlaufende Indikatoren genannt. Aktuelle Werte wie zum Beispiel das monatliche Brutto-Inlandsprodukt, die Industrieproduktion sowie die Konsumzahlen, das Preisniveau, Lagerbestände und die gegenwärtige Sparquote dienen als Ermittlungsgrundlage.

Dies sind die wichtigsten Daten für die Ermittlung der Gegenwartsindikatoren:

3. Spätindikatoren

Spätindikatoren sind reine wirtschaftsstatistische Indikatoren, die sich immer erst dann nach oben oder nach unten verändern, wenn sich die jeweiligen makroökonomischen Gegebenheiten bereits geändert haben. Indikatoren dieser Art werden herangezogen, um Trends in der Wirtschaft zu bestätigen, die vorab durch Gegenwarts- oder Frühindikatoren bereits nachgewiesen wurden. Im Grunde genommen wirken Spätindikatoren in vielen Fällen als eine Art Plausibilitätskontrolle. Grundsätzlich erweisen sich Spätindikatoren als ein ungemein wertvolles Instrument, da die entsprechenden Daten immer schneller vorliegen als die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung. Daher kann durch die Spätindikatoren auch die Reaktions- und Handlungsschnelligkeit im Hinblick auf Maßnahmen seitens der Regierung optimiert werden.

Diese Parameter zählen zu den wichtigsten Spätindikatoren:

Spätindikatoren generieren zeitverzögerte Reaktionen

Spätindikatoren beschreiben in erster Linie die Konjunkturentwicklung. Allerdings muss hierbei berücksichtigt werden, dass diese Entwicklung immer nur zeitverzögert skizziert werden kann. So hinken zum Beispiel die statistisch festgehaltenen Preise immer der tatsächlichen Entwicklung hinterher. Dies liegt vor allem an den sogenannten Time Lags (auf Deutsch: Verzögerungseffekte), die durch die unterschiedlichen Produktions- und Handelsstufen zustande kommen. Das bedeutet dann auch, dass ein Anstieg der industriellen Herstellerpreise tatsächlich erst mit einer durchschnittlichen Verzögerung von eineinhalb bis zwei Jahren zu einem Anstieg der privaten Lebenshaltungskosten führt.

Ähnlich sieht es bei den Spätindikatoren hinsichtlich der Löhne bzw. der Lohnkosten aus. Hier sorgen zum Beispiel die jeweiligen Tariflaufzeiten dafür, dass sich der Lohnkostenindex in der Regel immer erst mit einer Verzögerung (oder auch Anpassungsdauer) von etwa einem halben Jahr anpasst. Zudem kommt es in Bezug auf die Beschäftigung respektive die Arbeitslosenquote durch die gesetzlichen Kündigungsschutzregelungen zu zeitverzögernden Reaktionen.

4. Mengenindikatoren

Mengenindikatoren nutzen die Mengenentwicklung eines Objekts als Maßstab. Die gebräuchlichsten Mengenindikatoren sind:

5. Preisindikatoren

Mittels entsprechender Preisindikatoren können Sie die Preisentwicklung respektive das aktuelle Preisniveau ablesen. Als Bemessungsgrundlage dienen dabei hauptsächlich folgende Parameter:

Marktindikatoren: Abgrenzung zu Konjunktur- bzw. Wirtschaftsindikatoren

Demgegenüber finden Marktindikatoren respektive explizite Marktdaten insbesondere in der ökoskopischen Marktforschung Verwendung. Außerdem werden Marktindikatoren auch bei der technischen Marktanalyse eingesetzt (Beispiel: McClellan Oscillator, Bullish Percent Index etc.). Im Allgemeinen lassen sich Marktindikatoren in zwei Typen unterscheiden: in die allgemeinen Marktindikatoren sowie in die speziellen Marktindikatoren.

Die allgemeinen Marktdaten bzw. Marktindikatoren beziehen sich unter anderem auf:


Die speziellen Marktindikatoren nehmen unter anderem Bezug auf:

Indikatoren machen wirtschaftliche und finanzielle Ereignisse sichtbar

Die Interpretation der Indikatoren ist entscheidend

Allerdings handelt es sich bei den Konjunkturindikatoren im Grunde genommen um reine statistische Erhebungen. Das bedeutet: Aus den jeweils ermittelten Marktdaten und Kennziffern müssen entsprechende Entwicklungen, Trends und Prognosen erst noch abgeleitet werden.

So warten Börsianer zum Beispiel oftmals auf die Arbeitsmarktdaten aus den USA, um aus den Zahlen relevante Rückschlüsse für die zukünftige Entwicklung an der Börse zu ziehen. Im Regelfall absolvieren US-Aktien genau dann eine Aufwärtsbewegung, wenn im Bemessungszeitraum weniger Neuanmeldungen zur Arbeitslosenhilfe registriert wurden. Sind dagegen die Neuanmeldungen zur Arbeitslosenhilfe gestiegen, sinken die Kurse zumeist.

Das Zusammenspiel der Indikatoren bei der Entscheidungsfindung

Dabei muss dann insgesamt aber wieder berücksichtigt werden, dass in den USA viele Arbeitslose aus verschiedenen Gründen erst gar nicht erfasst werden. Daher macht es in diesem Fall nur wenig Sinn, Entscheidungen zum Beispiel über den Kauf oder den Verkauf von Aktien von einem einzigen Indikator abhängig zu machen. Vielmehr ist es empfehlenswerter, mehrere Indikatoren in die Entscheidungsfindung einzubinden.

So wäre es hier ein guter Schachzug, den Konsumklimaindex hinzuzuziehen, da er Aufschluss über das Kaufverhalten gibt. Aber auch die Immobilienpreise sollten in den Fokus gerückt werden. Denn die jeweils aktuellen Immobilienpreise liefern zeitgleich wichtige Daten zur Nachfragesituation. Sind demnach die Preise für Immobilien gestiegen, liegt eine starke Nachfrage vor. Dieser Trend sollte dann bestenfalls durch positive Geschäftszahlen der Hypothekenbanken gestützt werden. Dann deuten sämtliche involvierte Indikatoren auf positive Entwicklungen hin.

Spezielle Marktindikatoren sorgen für optimierte Bewertungskriterien

Konjunkturindikatoren, die von Chartisten, Analysten und Investoren genutzt werden, schaffen in erster Linie ein Gefühl und ein grundlegendes Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge, die Aktienkurse und andere Investments in ihrer Entwicklung maßgeblich beeinflussen. Die Mehrzahl der Indikatoren besteht aus organisierten Datenpunkten, die gemäß ihrer Ausrichtung und ihrer Aussagekraft zu einem interpretativen Zweck unterteilt bzw. kategorisiert sind. Mittels der Konjunkturindikatoren können Sie dann Makrophänomene interpretieren.

Für die Bewertung von Vorgängen, Entwicklungen und Trends auf den Aktien- und Kapitalmärkten reicht diese Vorgehensweise allerdings in den meisten Fällen nicht aus. Zum einen ist es eine grundsätzliche Voraussetzung, dass die betrachtete Volkswirtschaft tatsächlich Trends aufweist, die sich wirklich spürbar auf die einzelnen Märkte auswirken. Zum anderen kann anhand von Konjunkturindikatoren die Breite einer Börse respektive eines Index nicht nachhaltig verfolgt werden. Diese Aufgabe übernehmen stattdessen die Marktindikatoren. Beispiele hierfür sind zum Beispiel der sogenannte McClellan Oscillator oder der Bullish Percent.

Der McClellan Oscillator
Der McClellan Oscillator gibt als Gesamtmarkt-Indikator einen generellen Überblick über die innere Verfassung des Marktes sowie über den Markttrend. In vielen Fällen agiert er diesbezüglich im Rahmen vorlaufender Eigenschaften. Aus diesem Grund ist er ideal geeignet, als Begleitinstrument für eine Aktienempfehlung zu fungieren. Auf diese Weise werden Aktienempfehlungen treffsicherer, da der Marktschwung immer im Hinblick auf den Gesamtmarkt abgebildet wird.

Der Bullish Percent Index
Dieser Marktindikator kommt bei der technischen Chartanalyse zum Einsatz. Dabei befasst sich der Indikator nicht nur mit den Kursbewegungen an sich, sondern bringt auch zusätzliche Informationen als Bewertungsgrundlage mit ein. Dadurch werden quasi die Informationen über den jeweiligen Aktienanteil im Rahmen eines Point & Figure Kaufsignals hinsichtlich sämtlicher Werte in eine grundsätzliche Bewertung der Marktlage umgewandelt. Marktindikatoren dieser Art werden hauptsächlich von technischen Börsenanalysten und Händlern verwendet.

Die wichtigsten Markt- und Konjunkturindikatoren in Deutschland

In Deutschland zählen vor allem der ZEW-Index, der IFO-Index und der GfK-Index zu den entscheidenden Indikatoren. Diese drei genannten Indikatoren fassen Wirtschaftsdaten zusammen, die einen Hinweis auf die wirtschaftliche respektive die konjunkturelle Entwicklung geben. Insgesamt sollten folgende Indikatoren bei der Bewertung von Aktien oder Investment-Vorhaben berücksichtigt werden:

Arbeitslosenrate
Die Arbeitslosenquote bzw. Arbeitslosenrate für Deutschland ermittelt die in Nürnberg ansässige Bundesanstalt für Arbeit. Dabei gibt die jeweilige Quote an, wie viele Erwerbspersonen (in Prozent ausgedrückt) arbeitslos gemeldet sind. Dieser Wert ist der entscheidende Indikator für die Beschäftigungssituation in einer Volkswirtschaft. In konjunkturell schwächeren Zeiten finden die Arbeitsmarktdaten besondere Beachtung, da sie wichtige Informationen über die weitere Entwicklung im Hinblick auf die Konsumentennachfrage geben. In diesem Zusammenhang sollte auch das Arbeitsvolumen pro Kopf betrachtet werden.

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Auftragseingänge

Der Auftragseingang für die deutschen Industrieunternehmen hat sich als einer der wichtigsten Frühindikatoren für die Entwicklung der Konjunktur etabliert. Allerdings schwanken die jeweiligen Werte mitunter stark von Monat zu Monat. Dies liegt an der jeweils unterschiedlichen Anzahl von Großaufträgen.

Bruttoinlandsprodukt
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) umfasst alle in einer Volkswirtschaft erstellten Güter sowie Dienstleistungen. Unterscheiden müssen Sie dabei zwischen dem realen und dem nominalen BIP. So erfasst das nominale BIP die im Laufe eines Jahres produzierten Dienstleistungen und Güter zum jeweiligen Marktpreis, während das reale BIP die Menge der hergestellten Güter und Dienstleistungen pro Jahr mit dem entsprechenden Preis eines Basisjahres multipliziert.

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Devisenreserven

Devisenreserven - auch Währungsreserven oder Valutareserven genannt - werden von nationalen Noten- und Zentralbanken gehalten. Es handelt sich hierbei um ausländische Währungen, Sonderziehungsrechte, Edelmetalle und Reservepositionen. Diese Mittel werden zur Finanzierung von Außenhandelsdefiziten und für Devisenmarktinterventionen genutzt.

Je umfangreicher die Währungsreserven sind, desto höhere Leistungsbilanzüberschüsse hat ein Land erwirtschaftet. Sowohl die Höhe der Währungsreserven als auch die Art und Weise ihrer Zusammensetzung ziehen mitunter bedeutende Auswirkungen auf Trends in aggregierten Daten. Hier fungieren Devisenreserven also faktisch als ein Indikator für die globale Inflation.

Erzeugerpreise
Im Fokus steht hier die Entwicklung von Erzeugerpreisen und Verbraucherpreisen, wobei Sie zwischen den einzelnen Branchen unterscheiden müssen. So fungiert er zum Beispiel sowohl als Index der Erzeugerpreise bei Holzeinschlag-Produkten als auch als Indikator in der Landwirtschaft, der die Entwicklung der Erzeugerpreise mit der jeweiligen Entwicklung der Verbraucherpreise für nichtalkoholische Getränke und Nahrungsmittel vergleicht. Grundsätzlich zeigt dieser Indikator also den Zusammenhang zwischen Erzeuger- und Verbraucherpreisen. Je stärker sich die beiden Preise parallel entwickeln, desto wahrscheinlicher können Sie von einem engen Zusammenhang ausgehen. Veröffentlicht werden die zugrundeliegenden Daten in Deutschland vom Statistischen Bundesamt.

Einkommen/Löhne
Gehälter und Löhne stellen eine wichtige Einkommensgröße dar. Im Rahmen der Makroökonomie wird das Einkommen als Indikator zur kumulierten Messung der jeweiligen Vermögenszugänge in einem Land bzw. in einer Volkswirtschaft verwendet. Mithilfe verschiedener Instrumente und Berechnungen kann zum Beispiel die tatsächliche Kaufkraft des Einkommens bestimmt werden. Möglich ist es auch, die Lohnquote als ambivalenten Indikator für Fragen rund um die soziale Gerechtigkeit zu nutzen. Außerdem lassen sich Rückschlüsse auf die Beschäftigung respektive die Arbeitslosigkeit in einem Land herausfiltern.

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Einzelhandelsumsatz

Der Indikator ist verantwortlich für die Messung des Umsatzes des Einzelhandels. Dies geschieht in Form von preisbereinigten bzw. realen und von nominalen Messzahlen, wobei besonderes Augenmerk auf den jeweiligen Veränderungsraten liegt. Nicht gemessen werden hingegen die absoluten (monetären) Umsatzzahlen. So beschreibt der Indikator also ausschließlich die Umsatzentwicklung, macht aber keine Aussagen zum Umsatzniveau. Grundsätzlich gelten die Umsätze des Einzelhandels als ein absolut relevanter Indikator. Der Einzelhandelsumsatz zeichnet sich für etwa ein Drittel aller Verbraucherausgaben verantwortlich.

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Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe

Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sind ein Indikator zur Messung darüber, wie viele Menschen die Arbeitslosenhilfe zum ersten Mal im Laufe einer Woche in Anspruch nehmen. Das Arbeitsamt sammelt die entsprechenden Daten und veröffentlicht sie in Form eines wöchentlichen Berichts. Die jeweilige Anzahl der eingegangenen Arbeitslosenmeldungen wird dabei als repräsentativer Messwert im Hinblick auf die Situation am Arbeitsmarkt angesehen. Wird hierbei ein Anstieg der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung ermittelt, weist dies darauf hin, dass weniger Menschen in den Unternehmen angestellt wurden.

Das wiederum lässt Prognosen respektive Ableitungen über die Wirtschaftskraft und den Ist-Zustand von Unternehmen zu. Berücksichtigen sollten Sie aber, dass Arbeitslosenmeldungen auf wöchentlicher Basis sehr volatil sind. Bereits bei einer Verschiebung von 35.000 Erstanträgen führt dies zu einer überaus spürbaren Arbeitsmarkt-Veränderung. Im Hinblick auf den USD bedeutet eine niedrigere als eigentlich erwartete Lesung einen positiven (bullischen) Effekt. Im umgekehrten Fall wird das Ergebnis als negativ (bärisch) angesehen.

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Geldmenge

Grundsätzlich versteht man unter dem Begriff Geldmenge den kompletten Geldbestand einer Volkswirtschaft. Ausgenommen sind davon allerdings die Bestände der Banken. Die Geldmenge wird in die drei Kategorien M1, M2 und M3 unterteilt. Die Geldmenge M3 nutzt die Europäische Zentralbank (EZB) als Indikator zur Bewertung der monetären Entwicklung sowie als Steuerungsinstrument. Grundsätzlich dienen Geldmengen zum einen als Indikatoren für Inflationsgefahren und zum anderen als ein wichtiger Indikator, der die jeweils aktuelle Stabilität des Finanzsystems anzeigt.

Inflation
Im Fokus steht hier die jeweilige Inflationsrate. Der Prozess der Geldentwertung wird immer an einem speziellen Index gemessen, der das allgemeine Preisniveau widerspiegelt. Steigt der Preisindex in einem bestimmten Zeitraum prozentual, wird dies als Inflationsrate bezeichnet. Inflationszahlen sind grundsätzlich für alle Märkte von hoher Bedeutung. Prinzipiell beschreibt der Begriff Inflation das stetige Geldmengen-Wachstum einer in einem Wirtschaftskreislauf eingebetteten Währung.

Daraus resultiert gleichzeitig eine Steigerung von Konsum und Produktion von Produkten bzw. Gütern und Dienstleistungen. Die Inflation zählt zu den wichtigsten wirtschaftlichen Indikatoren, da sie im Grunde genommen widerspiegelt, wie stark und gesund ein Wirtschaftssystem ist. Diese Information ist natürlich auch eminent wichtig im Trading.

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Industrieproduktion

Die Industrieproduktion beschreibt als Indikator die wirtschaftliche Leistung eines Landes. Dadurch ist dieser Indikator insbesondere für Anleger äußerst wichtig. Anhand der veröffentlichten Werte können realistische Ableitungen im Hinblick auf einen Trend vorgenommen werden. So können Sie zum Beispiel erkennen, ob eine Trendwende zu identifizieren ist. Bereits im Zeitalter der Industrialisierung sind diesbezügliche Methoden entstanden, mit denen sowohl die Leistung als auch die jeweiligen Veränderungen gemessen werden können. Die Industrieproduktion wird oftmals auch industrieller Output genannt.

IFO-Geschäftsklimaindex
Der IFO-Geschäftsklimaindex (kurz: ifo Index) fungiert als Frühindikator, der die wirtschaftliche bzw. die konjunkturelle Entwicklung Deutschlands skizziert. Der Gesamtindex setzt sich aus aktuellen Geschäftsbeurteilungen und aus Geschäftserwartungen unterschiedlicher Unternehmen zusammen.

Vertreten sind hierbei Firmen des Verarbeitenden Gewerbes, des Groß- und Einzelhandels sowie des Bauhauptgewerbes. Je höher der Wert des Indikators ausfällt, umso freundlicher und entspannter präsentiert sich die allgemeine Stimmung in der Wirtschaft. Der IFO-Geschäftsklimaindex wird im monatlichen Rhythmus ermittelt und liefert wichtige Daten zur Ergänzung amtlicher Statistiken.

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Realzins
Der Realzins beschreibt grundsätzlich den realen Ertrag einer getätigten Anlage. Er gibt dabei die Verzinsung eines Vermögenswertes an, wobei immer die Preisveränderungsrate bzw. die Inflation berücksichtigt wird. Es handelt sich beim Realzins also um einen nominalen Zinssatz, der um die erwartete Inflation korrigiert wurde. Der Realzins weist einen großen Einfluss auf das von Haushalten angesparte Vermögen sowie auf das Investitionsverhalten von Unternehmen auf. Er dient als ein wesentlicher Indikator für das volkswirtschaftliche Wachstum. Zudem ist er eine wichtige Bemessungsgrundlage für die Finanzierungsbedingungen der Wirtschaft.

Dabei ist zu beachten: Steigt die Inflation, sinkt gleichzeitig die Kaufkraft. In Europa kann die EZB durch die Absenkung der Nominalzinsen in einem solchen Fall gegensteuern. Dadurch kommt es zu einer - zeitlich versetzten - rückläufigen Inflationsrate, was dann wiederum zu einer kurzfristigen Beeinflussung des jeweiligen Realzinses führt. Die letztendliche Höhe der Realzinsen wird zudem stark von der Finanzpolitik beeinflusst, da sie im Gegensatz zur Geldpolitik direkt am Kapitalmarkt wirkt.

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Rohöllagerbestände
Prinzipiell beziehen sich Rohöllagerbestände sowohl auf Rohöl als auch auf Benzin und Gasolin. Die veröffentlichten Daten geben dabei an, wie viel Öl, Benzin und Gasolin auf Lager sind. Somit gibt der Indikator Aufschluss über die jeweilige Ölnachfrage. Diese Information ist wichtig für Ableitungen über die Ist-Situation von Unternehmen und der wirtschaftlichen Stärke.

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Verbraucherpreise

Der Verbraucherpreisindex fungiert als zentraler Indikator zur Bewertung der Geldwertentwicklung und wird als Orientierungsmaßstab verwendet - zum Beispiel bei Lohnverhandlungen oder bei Vereinbarungen hinsichtlich sogenannter Wertsicherungsklauseln.

Zudem dient er der Deflationierung bei der Ermittlung des realen Wirtschaftswachstums oder anderen volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen. Es gibt auch einen internationalisierten, harmonisierten Verbraucherpreisindex. Die Europäische Zentralbank nutzt diesen Index zur Beurteilung der Inflation.


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