Alibaba-Aktie schießt nach oben - Strohfeuer oder nachhaltiger Trend?

Alibaba-Aktie schießt nach oben - Strohfeuer oder nachhaltiger Trend?

Beitrag Redaktion     18. März 2022     0


Haben Sie Aktien vom chinesischen Online-Riesen Alibaba in Ihrem Depot? Dann mussten Sie in letzter Zeit viele schlechte Nachrichten und eine noch schlechtere Performance verdauen. Jetzt gibt es endlich einmal Grund zur Freude: Der Kurs der Alibaba Aktie schoss in Hongkong am 16. März um grandiose 27 Prozent nach oben.

Umgelegt auf den US-Aktienmarkt bedeutet das einen Kursanstieg auf über 100 US-Dollar. Wir nennen Ihnen die Gründe für diesen Kurssprung und sagen Ihnen, ob es sich hierbei um ein Strohfeuer oder tatsächlich um den Beginn einer nachhaltigen Entwicklung handelt.

Alibaba Aktie

Dies sind die Gründe für den Kurssprung von Alibaba und Co.

Der Kursanstieg von rund 27 Prozent begründet sich in erster Linie auf politische Entscheidungen. Deshalb erholten sich in China und Hongkong zeitgleich auch Tencent und andere Tech-Werte auf breiter Front. Dies sind die Gründe im Einzelnen:

1. Stabilisierungsmaßnahmen für Wirtschaft und Börsen

Auslöser für die Kursanstiege war ein Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua. Demnach regte der stellvertretende chinesische Ministerpräsident Liu He marktfreundliche Maßnahmen seitens der Regierung an.

Ziel sei es dabei, die Wirtschaft zu beleben und eine Stabilisierung der Börsen herbeizuführen. Zudem will die chinesische Regierung die aktuell sehr hohen Risiken im Immobiliensektor deutlich entschärfen sowie die internetbasierte Industrie gezielt fördern, um eine gesunde Entwicklung zu unterstützen.

Liu He betonte auf einer Konferenz für Finanzstabilität außerdem, dass zukünftig sämtliche Richtlinien und Maßnahmen, die erhebliche Auswirkungen auf die Finanz- und Aktienmärkte nach sich ziehen, im Vorfeld mit den jeweils involvierten Finanzverwaltungsabteilungen koordiniert werden. Das soll eine entsprechende Stabilität und Konsistenz auf den Kapitalmärkten gewährleisten.

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2. Bessere Kooperation zwischen US-amerikanischen und chinesischen Regulierungsbehörden

Zusätzlich werden die Kurse durch die Ankündigung beflügelt, dass die Gespräche zwischen den US-amerikanischen und chinesischen Regulierungsbehörden Fortschritte gebracht hätten. Im Kern geht es dabei darum, dass chinesische Unternehmensaktien auch weiterhin an internationalen Börsen gehandelt werden können.

Aktuell droht vielen chinesischen Unternehmen ein Delisting (vgl. "Die Angst vor Zwangsdelisting" in unserem Beitrag "Darum stürzen China-Aktien in den USA und Hongkong so massiv ab"). Ein Widerruf der Zulassung von chinesischen Aktien an den regulierten Märkten in den USA und Hongkong würde chinesische Firmen und die gesamte chinesische Wirtschaft massiv belasten. Die US-Börsenaufsicht SEC übte hier in den vergangenen Wochen massiv Druck aus.

Ting Lu, Chefökonom bei der Investmentbank Nomura, sieht durch die Gespräche jetzt aber viele positive Signale, dass chinesische Aktien weiter an Börsenplätzen im Ausland gehandelt werden können. Diese Aussage reichte, damit in Hongkong binnen eines Tages der chinesische Technologiesektor ein Plus von 22 Prozent verbuchte. Auch der Hang-Seng-Index legte um neun Prozent zu.

Hang Seng Index

Alibaba-Aktie – trotz Aufwind überwiegt die Skepsis weiterhin

Schon seit Längerem steht die Alibaba Aktie unter Druck seitens der chinesischen Behörden. Mittels verschiedener Reformen soll die Macht von Eigentümern und Unternehmen begrenzt werden. In Kombination mit dem schwächelnden Wirtschaftswachstum Chinas dämpften die Maßnahmen die Zuwächse von Alibaba. Das spiegelt sich auch im Wachstum wider. Im abgelaufenen Quartal ist Alibaba ebenso schwach gewachsen wie zuletzt 2014. Zwischenzeitlich sackte die Aktie in New York auf rund 73 US-Dollar ab. Im Oktober 2020 notierte die Aktie noch auf dem Rekordhoch von 319 US-Dollar. Das ist ein Minus von 77 Prozent. Dementsprechend schrumpfte der Börsenwert auf 208 Milliarden US-Dollar.

Es drohen Massenentlassungen und weitere Umsatzeinbrüche

Hinzu kommt, dass in den vergangenen Monaten langjährige Investoren verstärkt Kapital aus den asiatischen Aktienmärkten abgezogen haben. Auch davon ist Alibaba vergleichsweise stark betroffen. Zudem leidet das Unternehmen wie die gesamte Weltwirtschaft erheblich unter den wirtschaftlichen Folgen der Coronapandemie und des Krieges in der Ukraine. Alibaba ist jetzt sogar gezwungen, mit Massenentlassungen auf die schärferen Regulierungsmaßnahmen und die allgemeine Entwicklung zu reagieren. Insgesamt 39.000 Mitarbeiter – das sind 15 Prozent der gesamten Belegschaft – sollen laut den Recherchen der Nachrichtenagentur Reuters vor die Tür gesetzt werden.

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Ein Einstieg ist aktuell nicht empfehlenswert

Die aktuelle Kurssteigerung sollten Sie als Anleger daher nicht überbewerten. Alibaba hat immer noch reichlich Probleme und profitiert hier lediglich von wirtschaftspolitischen Entscheidungen und Entwicklungen. Trotz der positiven Nachrichten und Ankündigungen aus China, sollten Sie skeptisch bleiben. Ein Einstieg drängt sich zu diesem Zeitpunkt auf jeden Fall noch nicht auf.

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