Technische Indikatoren: Unerlässlich für die Anzeige von Kauf- und Verkaufssignalen

Technische Indikatoren: Unerlässlich für die Anzeige von Kauf- und Verkaufssignalen

Beitrag Redaktion     19. Februar 2019     0


Um sich erfolgreich auf dem Aktienmarkt bewegen zu können und wirklich erfolgversprechende Trades zu realisieren, steht Ihnen ein interessantes Hilfsmittel zur Aktien- und Kursanalyse zur Verfügung.

Technische Indikatoren stellen entscheidende Analysefaktoren dar.

Mithilfe dieser Indikatoren lassen sich bestimmte Entwicklungen an den Märkten respektive der Aktienkurse anzeigen. 

Technische Indikatoren

Im Rahmen einer solchen technischen Analyse werden prinzipiell immer nur unmittelbare Börsendaten - wie zum Beispiel Aktienkurse - verwendet.

Daher wird zur Errechnung eines solchen Indikators auch ausschließlich auf diese unmittelbaren Börsendaten zurückgegriffen.

Technische Indikatoren unterscheiden sich hinsichtlich der jeweiligen Zielsetzung dabei kaum: Es geht darum, auf mechanischem Wege Kaufsignale und Verkaufssignale zu generieren.

Die wichtigsten Technischen Indikatoren im Überblick:

Technische Indikatoren - MACD

Ein häufig genutzter Indikator in der Markttechnik ist zum Beispiel der MACD (englisch: Moving-Average-Convergence-Divergence).

Technische Indikatoren dieser Art gehören zu den so bezeichneten Trendfolge-Instrumenten.

Diese werden dazu genutzt, in bereits sichtbare Kurstrends einzusteigen und anschließend bei einem Brechen des Trends wieder gewinnbringend auszusteigen.

Dabei visualisiert der Trendfolger MACD das Zusammen- und Auseinanderlaufen des gleitenden Mittelwerts respektive des gleitenden Durchschnitts. Der Begriff gleitender Durchschnitt steht dabei für ein Verfahren zur Glättung von Daten- und Zeitreihen.

Technische Indikatoren MACD 1

Zwei Linien und ein Histogramm stellen den MACD dar

Entwickelt wurden Technische Indikatoren wie der MACD vom Buchautor und Anlagestrategen Gerald Appel. Der von ihm gestaltete Indikator wird aus zwei gleitenden Unterschieden, die exponentiell unterschiedlich gewichtet sind, ermittelt.

Als Berechnungsgrundlage dienen die Datenreihen der jeweiligen Schlusskurse. Die Differenz zwischen dem längeren sowie langsameren und dem kürzeren bzw. schnelleren Durchschnittswert stellt dann den MACD dar.

Angezeigt werden Technische Indikatoren dieser Kategorie durch zwei unterschiedlich farbige Linien und ein Histogramm.

Letzteres bildet - meistens als Bar Chart eingezeichnet - die Differenz der eigentlichen MACD-Linie und der Durchschnittslinie, die auch als Signallinie bezeichnet wird.

Diese Darstellung zeigt die Länge, die Stärke und die Richtung sowie das Momentum eines Kurstrends auf.

Technische Indikatoren - darauf müssen Sie beim MACD achten:

- Ein steigender MACD dokumentiert immer den Aufwärtstrend einer Aktie.

- Ein sinkender MACD zeigt den Abwärtstrend einer Aktie an.

- Je größer der Abstand zwischen Nulllinie und MACD ist, desto kräftiger stellt sich der jeweilige Trend dar.

Technische Indikatoren MACD 2

- Technische Indikatoren dieser Rubrik weisen ein Kaufsignal auf, wenn die Signallinie von der aufsteigenden MACD-Linie gekreuzt wird.

- Wird die Signallinie dagegen von einer absteigenden MACD-Linie gekreuzt, liegt ein Verkaufssignal vor.

- Steigt ein Aktienkurs auf neue Höchstwerte, ohne dass dies im MACD durch ein gleichzeitiges Hoch bestätigt wird, sprechen Börsenexperten von einer negativen Divergenz. Diese sagt aus, dass die grundsätzliche Marktsättigung der jeweiligen Aktie hoch ist und zukünftig mit einem sinkenden Kurs und Abgaben zu rechnen ist.

- Im umgekehrten Fall handelt es sich demgegenüber um ein positives Signal, das auf abnehmende Verkäufe der jeweiligen Aktie hinweist.

- Der MACD liefert - ebenso wie andere Marktinstrumente - häufig Fehlsignale.

Tipp:

Lassen Sie sich Signale im Chart anzeigen.
Klicken Sie im Indikatorfenster auf das erscheinende "S".

Technische Indikatoren MACD 5

Über das "S" gelangen Sie zu den Signaleinstellungen.

Technische Indikatoren MACD 3

Wählen Sie Ihre Signaleinstellungen und klicken Sie auf OK.

Technische Indikatoren MACD 6

Technische Indikatoren - ADX

Der Trendstärke-Indikator ADX (Average Directional Movement Index) gehört zu den gängigsten Instrumenten der Finanzanalyse. Technische Indikatoren aus dieser Typenklasse befassen sich ausschließlich mit der Stärke eines Kurstrends und ignorieren die Richtung.

Die Berechnung basiert dabei auf der Annahme, dass sich Märkte fast immer in Aufwärts- oder Abwärtstrends bewegen. Wechseln Trends, kommt es meistens erst zu einer trendlosen Phase. Diese wird häufig auch als Seitwärtsbewegung bezeichnet.

Gezielter Vergleich der Tageshöchst- und Tagestiefstkurse

Im Rahmen der Berechnung werden die Tageshöchst- und Tagestiefstkurse aufeinanderfolgender Tage miteinander verglichen. Ist der Höchstkurs des Vortages niedriger als der aktuelle Höchstkurs, wird für einen Aufwärtstrend dann der Aufwärtsindikator DM-Plus errechnet.

Technische Indikatoren ADX 1

Im umgekehrten Fall ist DM-Plus gleich null. Als Indikator für eine Abwärtsbewegung fungiert DM-Minus, wobei auch hier die Null als niedrigster Wert verstanden wird. Diese beiden Indikatoren weisen immer eine bestimmte Richtung auf, da sie die Differenz zwischen den Rückgängen und Anstiegen stets getrennt voneinander messen.

Daraus ergeben sich in der Regel brauchbare Handelssignale. Durch den ADX kann hier deutlich gemacht werden, ob überhaupt ein Trend vorliegt. Die Indikatoren DM-Plus und DM-Minus zeigen dagegen immer die Richtung auf.

Technische Indikatoren - darauf müssen Sie beim ADX achten:

- Der ADX ist ein Durchschnittswert, der sich aus der Differenz von Rücksetzern und vorangegangener Anstiege ergibt. Daher reagiert er auf Marktveränderungen mit Verzögerung.

- Ein ADX unter 15 deutet auf eine starke Bewegung des Aktienkurses hin.

- Liegt der ADX unter 30, können Sie von einer baldigen Seitwärtsbewegung ausgehen.

- Der ADX identifiziert Trends. Damit erleichtern Technische Indikatoren dieser Art die Wahl der weiteren Analysetools.

- In trendlosen Seitwärtsphasen wird vorzugsweise auf Oszillatoren zurückgegriffen, während Trendfolgeindikatoren in Trendphasen zum Einsatz kommen.

Technische Indikatoren - RSI

Beim Relative Strength Index (kurz: RSI) handelt es sich um einen oszillierenden Indikator. Im Jahr 1978 von J. Wallace Wilder entwickelt, zählt der Relative Stärke Indikator heute zu den klassischen Indikatoren in der technischen Analyse.

Technische Indikatoren RSI 1


Tipp:

Aktivieren der farbigen Extrembereiche:

Technische Indikatoren RSI 2


Das Ergebnis:

Technische Indikatoren RSI 3

Als Range-Compression-Oszillator kann er Werte von null bis 100 Prozent annehmen, wobei der RSI - über die Zeit - die Auf- und Abwärtsbewegungen von Basiswerten in Relation setzt.

Erreicht wird ein solches Szenario durch das Berechnen eines gleitenden Durchschnittswertes der jeweiligen Bewegungen, der anschließend ins Verhältnis gesetzt wird.

Unterschiedliche Zeiträume können betrachtet werden

Während Wilder im Rahmen der ursprünglichen RSI-Variante einen Zeitrahmen von 14 Tagen wählte, sind heute eher sieben, neun oder sogar 25 Tage üblich. Der RSI lässt sich mittels der Formel RSI = 100 - 100/(1+RS) berechnen.

Das Kürzel RS versteht sich dabei als Quotient der durchschnittlichen Aufwärtsveränderungen, dividiert durch den Mittelwert der Abwärtsveränderungen.

Abhängig vom festgelegten Zeitraum ergibt sich aus dieser Formel eine Kurve, die zwischen den Werten null und 100 pendelt.

Technische Indikatoren - darauf müssen Sie beim RSI achten:

- Besonderes Augenmerk sollten Sie auf die Werte 30 und 70 legen.

- Liegt der RSI bei einer Aktie unter 30 Prozent, gilt sie als überverkauft. Das bedeutet, es gibt berechtigte charttechnische Signale, dass der Kurs wieder steigen wird.

Technische Indikatoren RSI 5


- Bei einem RSI von über 70 Prozent sprechen die Börsianer dagegen von überkauft. In diesem Fall ist mit Kursrückschlägen zu rechnen.

Technische Indikatoren RSI 4

- Einige Analysten nutzen alternativ die Werte 40 und 80 (Bullenmarkt) sowie 20 und 60 (Bärenmarkt) als Grenze für Kauf- bzw. Verkaufssignale.

- Technische Indikatoren aus dieser Kategorie sind umso volatiler, je kürzer der aufgezeigte bzw. betrachtete Zeitraum ist.

- Je länger der Zeitraum ist, desto weniger Signale werden ausgelöst.

Technische Indikatoren - MFI

MFI ist die Kurzform von Money Flow Index, der sich als ein volumengewichteter RSI definieren lässt. Denn Technische Indikatoren dieser Ausprägung ziehen das Volumen zufließender oder abfließender Liquidität zur Stärke der Kurse hinzu.

Anders ausgedrückt: Der MFI-Indikator misst mengenbedingt sowie preisbedingt den jeweiligen Kauf- bzw. Verkaufsdruck. Dabei baut der von Gene Quong und Avrum Soudack entwickelte Money Flow Index konsequent auf das bekannte RSI-Konzept auf.

Technische Indikatoren wie der MFI starten grundsätzlich mit einem Basispreis für die vom Trader betrachtete Periode. Geht dabei ein steigender Kurs gleichzeitig mit einem ansteigenden Zufluss von Liquidität in den Markt einher, zeigt der MFI einen positiven Wert.

Abfließende Liquidität im Zusammenspiel mit fallenden Kursen ergibt dagegen einen negativen Wert.

Technische Indikatoren MFI 1

Drei verschiedene Varianten hinsichtlich der Signalgebung stehen zur Verfügung

Als Momentum-Oszillator ist der Money Flow Index sowohl an die Kursentwicklung als auch an das Verhältnis zwischen zufließenden und abfließenden Geldflüssen gebunden.

So zeigen Technische Indikatoren aus dieser Kategorie stets frühzeitig die Entwicklung von vorhandenen Preisextremen an.

Oftmals werden Zeiträume von 14 Tagen als betrachtete Periode gewählt. Es können aber grundsätzlich auch andere Zeiträume gewählt werden.

Im Hinblick auf die Kauf- und Verkaufssignale des MFI-Indikators können Trader auf drei unterschiedliche Varianten zurückgreifen.

Denn zum einen oszilliert der Money Flow Index um eine als Signalgeber geeignete Mittellinie, während er zum anderen eben auch Extremwerte sowohl im unteren als auch im oberen Prozentbereich aufweist.

Technische Indikatoren - darauf müssen Sie beim MFI achten:

- Kreuzt das MFI-Signal die Mittellinie von unten nach oben, liegt ein Kaufsignal vor.

- Kreuzt das MFI-Signal die Mittellinie dagegen von oben nach unten, können Sie von einem klassischen Verkaufssignal ausgehen.

- Zudem liefert der MFI erweiterte Kauf- und Verkaufssignale in den Extrembereichen 20 bis 30 oder auch 70 bis 80. Achten müssen Sie dabei auf einen Anstieg oder einen Abfall aus der neutralen Zone in einen der Extrembereiche.

Technische Indikatoren MFI 2


- Außerdem zeigt der MFI-Indikator zusätzlich Divergenzen zum Aktienverlauf auf, wenn der aktuelle Kurs und der Aktienverlauf sich nicht stimmig zueinander verhalten.

- In einem solchen Fall besitzt der MFI einen Vorlaufcharakter. Und genau der genießt bei der MFI-Konzeption eigentlich Priorität.

- Den Money Flow Index können Sie als Technische Indikatoren vor allem beim Handel mit binären Optionen erfolgreich nutzen.

Technische Indikatoren - CCI

Der im Jahr 1980 von Donald R. Lambert entwickelte Commodity Channel Index (kurz: CCI) fungierte ursprünglich als Indikator für den Rohstoffhandel auf den entsprechenden Märkten.

Mittlerweile wird der CCI aber längst auch für andere Finanz- und Handelsszenarien genutzt.

Der Commodity Channel Index stellt dabei - ähnlich dem zuvor skizzierten RSI - einen oszillierenden Indikator dar. So setzen neben den Rohstoffhändlern auch Aktien- und Devisenhändler auf den CCI: Er ist ein beliebtes Instrument zur detaillierten Analyse von zyklischen Trends.

Technische Indikatoren CommodityChannelIndex 1

So kann der CCI berechnet werden

In Kombination mit anderen Oszillatoren gibt der CCI wichtige Hinweise zu extremen Kursausschlägen bzw. Kursübertreibungen, die einen bevorstehenden Richtungswechsel ankündigen.

Die Idee hinter dem Commodity Channel Index: Er quantifiziert das bestehende Verhältnis zwischen Aktienkurs (P), dem gleitenden Durchschnitt (GD) sowie der damit einhergehenden üblichen Abweichung eben des Durchschnitts (A). Mit der Formel CCI = (P - GD) / 0,015 x A kann der Commodity Channel Index berechnet werden.

Tipp:

Sie möchten andere Indikatoreinstellungen ausprobieren? Klicken Sie unten rechts im Indikatorfenster auf den Indikator. Anschließend können Sie die Indikatoreinstellungen ändern.

Technische Indikatoren CCI 2


Technische Indikatoren - darauf müssen Sie beim CCI achten:

- 75 Prozent aller ermittelten CCI-Werte bewegen sich zwischen +100 und -100. Dafür sorgt der feste Formelwert von 0,015.

- Lambert gibt eine Zeitspanne von 20 Tagen für den gleitenden Mittelwert an. Die Sensitivität des Oszillators kann aber beeinflusst werden, wenn die Zahl verändert wird.

- Ein schnell swingender Oszillator produziert häufiger Fehlersignale, liefert dafür aber bei einem Trendwechsel immer rasch ein entsprechendes Signal.

- Ein langsamerer Oszillator zeigt Trends zwar vergleichsweise spät an, erkennt dafür die jeweiligen Trends aber sicherer.

- Stimmt die Entwicklung des Commodity Channel Index nicht mit der Kursentwicklung überein, entstehen sogenannte Divergenzen. Diese stellen Warnsignale dar und lassen auf gesättigte Marktverhältnisse schließen. Bereinigt wird eine solche Situation irgendwann durch einen in die andere Richtung verlaufenden Kurswechsel.

- Diesen Faustregeln können Sie im Hinblick auf Technische Indikatoren dieser Art bei normalen Gegebenheiten folgen: Liegen die CCI-Werte über +100, sollten Sie nach einer Verkaufsgelegenheit suchen. Sind sie stattdessen unter -100 angesiedelt, ist es ratsam, nach einer Kaufgelegenheit zu suchen.

Technische Indikatoren - KST

Das Kürzel KST steht für Know Sure Things und wurde in den frühen 1960er Jahren von Martin Pring veröffentlicht. Hierbei handelt es sich um ein flexibel nutzbares Instrument sowohl für die längerfristige Marktanalyse als auch für den eher kurzfristigen Trading-Einsatz.

Wird ein lediglich kurzfristiger Zeitrahmen gewählt, ist der Know Sure Things Indikator prädestiniert für konkrete Entscheidungen bei Tradingvorhaben.

In einem solchen Fall können Sie mithilfe des Indikators zufällige Bewegungen sichtbar machen und dabei die entscheidenden Momentumänderungen des Basistitels herausfiltern.

Die aktiven Zeitzyklen an den jeweiligen Märkten im Fokus

Dient demgegenüber ein langfristiger Zeitrahmen als Basis, spielt der KST Indikator seine Stärken gezielt beim Sichtbarmachen von wesentlichen Trends, bei der Marktanalyse sowie bei den Wendepunkten von wichtigen Trends aus.

Technische Indikatoren KST 1

Dies gilt gerade bei der Kombination verschiedener respektive mehrerer Zeitebenen, da er sich hier als wesentlicher Faktor für die Steuerung des richtigen Timings von Handelsentscheidungen präsentiert. Die grundsätzliche Vision hinter dem KST sieht vor, dass sämtliche an den Märkten aktiven Zeitzyklen exakt abgebildet werden können.

Technische Indikatoren - darauf müssen Sie beim KST achten:

- Um ein besseres Verständnis der Gegebenheiten und Geschehnisse am Markt zu erhalten, hilft die KST-Methode durch die Kombination von gleich drei verschiedenen KST-Indikatoren; bezogen jeweils auf Tagesdaten, Wochendaten und Monatsdaten.

- Im Rahmen dieser Kombination spiegelt der langfristige KST den Primärtrend wider. Durch die Sichtbarkeit der Kursbewegungen über mehrere Jahre können Sie anhand der jeweils aktuellen Position des Indikators Rückschlüsse auf die jeweilige Trendreife ziehen. Die kurz- und mittelfristigen Indikatoren lassen sich dann zum entsprechenden Timing verwenden.

- Generiert der kurzfristige Indikator ein Kaufsignal und steigt gleichzeitig der langfristige Indikator direkt oberhalb seines Mittelpunktes, wird eine Hausse-Rallye angezeigt.

- Im umgekehrten Fall - also wenn vom kurzfristigen Indikator ein Verkaufsignal ausgeht und der langfristige Indikator sinkt - wird eine Baisse-Rallye angezeigt.

- Pring betont diesbezüglich, dass Sie in einer Baisse-Rallye keinesfalls auf Hausse spekulieren sollten.

- Laut Pring sollten Sie genau dann Hausse-Trades durchführen, wenn ein noch nicht überzogener sowie aufwärtsgerichteter langfristiger KST-Indikator vorliegt und gleichzeitig die kurz- und mittelfristigen Indikatoren bereits einen Boden herausbilden konnten.

- Zeigt ein langfristiger KST-Indikator eine Hausse an, erzielen Sie als Anleger laut KST-Entwickler Martin Pring vor allem in der Mitte oder auch am Anfang der Hausse vergleichsweise einfach Gewinne.

Technische Indikatoren - Momentum

Der Name ist Programm, denn der englische Begriff Momentum bedeutet nichts anderes als Schwung, Wucht oder auch Impuls. Und genau darum geht es bei diesem Indikator.

So werden Technische Indikatoren dieser Art im Rahmen der Chartanalyse dazu genutzt, um die Stärke bzw. den Schwung einer Kursbewegung zu messen.

Vom rein rechnerischen Ablauf her wird die jeweilige Preis- bzw. Kursänderung im Rahmen eines vorgegebenen Zeitraums auf unterschiedliche Art und Weise gemessen.

Der Momentum Indikator - häufig auch kurz als MOM bezeichnet - stellt dabei die absolute Preisdifferenz zwischen zwei bestimmten bzw. festgelegten Zeitpunkten dar. Somit entspricht der MOM-Indikator dem mit einem konstanten Faktor multiplizierten Differenzquotienten.

Grundsätzlich gibt der Momentum-Indikator über die Trendstärke sowie über die Schwäche eines Trends Aufschluss.

Die Momentumskurve zeigt Kraft und Tempo von Kursbewegungen sowie Trendumkehrungen an

Im Detail bedeutet dies: Das Momentum skizziert als wichtiges Instrument der technischen Analyse sowohl die Kraft als auch das Tempo von Trendumkehrungen sowie Kursbewegungen.

Errechnen lässt sich das Momentum dabei aus der fortlaufenden Division des jeweils aktuellen Aktienkurses mit dem Kurs vorheriger Tage. Daraus ergibt sich die sogenannte Momentumskurve, wobei die ausgewählte Periodenlänge die Ausprägung der Kurve bestimmt.

In der Regel wählen Charttechniker hier für längerfristige Betrachtungen einen Zeitrahmen von 20 bis 35 Tagen, während kurzfristige Betrachtungen in der Regel ein Zeitfenster von zwölf bis 30 Tagen erhalten.

Technische Indikatoren - darauf müssen Sie beim Momentum achten:

- Stellt sich die Momentumskurve positiv und steigend dar, wird die Beschleunigung eines bestehenden Aufwärtstrends angezeigt.

- Ein Kursaufwärtstrend wird gebremst, wenn sich MOM in der positiven Zone befindet, dabei aber fällt.

Technische Indikatoren Mom 1

- Ist das Momentum negativ und fallend, beschleunigt sich in der Regel ein Abwärtstrend.

- Liegt demgegenüber ein bestehender Abwärtstrend vor, wird dieser gebremst, wenn sich das Momentum negativ und steigend zeigt.

- Der MOM-Indikator ist praktisch identisch zum Rate-of-Change-Indikator (kurz: ROC). Der einzige nennenswerte Unterschied liegt darin, dass beim ROC die relativen Preisdifferenzen für die Berechnung bzw. für die Modellierung verwendet werden.

Technische Indikatoren - COP

Der sogenannte Coppock Indikator (kurz: COP) wurde bereits 1962 von Edwin Sedwick Chittenden Coppock entwickelt.

Im Grunde genommen handelt es sich bei diesem Indikator um die Weiterentwicklung der ROC respektive des Momentums. Von der Idee und der Gestaltung her ist der Coppock Indikator als Oszillator zu definieren.

Ausgangspunkt bilden diesbezüglich zwei zeitlich gewichtete Momentum-Kurven. Diese werden addiert, wobei die sogenannte Coppock Linie dann als Moving Average der beiden Kurven dient. Die jeweiligen Ergebnisse liegen immer um die Null-Linie herum.

Allerdings ist diese Methode nicht für kurzfristige Vorhaben geeignet. Denn die Aussagen dieses speziellen Indikators gelten ausschließlich langfristig.

Technische Indikatoren COP 1

So können Sie den Coppock Indikator vorzugsweise zur Bestimmung mehrjähriger Trends einsetzen.

Der COP liefert ein auf Langfristigkeit beruhendes Abbild von Momentumsveränderungen

Der COP ist ursprünglich entwickelt worden, um einen Indikator zur Hand zu haben, der bei verschiedenen langfristigen Periodenstellungen die prozentualen Kursveränderungen miteinander vergleicht. Damit sollte in nur einem Indikator die emotionale Beschaffenheit der unterschiedlichen Märkte abgebildet werden.

Lange Zeit fungierte der Coppock Indikator auch als grundlegendes Instrument für die Bestimmung von Trends. Zu seinen Stärken zählt - auf die heutige Marktumgebung bezogen - das Anzeigen von Marktböden.

Dafür aber offenbart der Indikator häufig große Schwächen bei Markttops. Darum kommt es hier vermehrt zu Fehlsignalen. Grundsätzlich liefert der COP ein langfristiges Abbild der bei einem Index auftretenden Momentumsveränderungen.

Technische Indikatoren - darauf müssen Sie beim COP achten:

- Beim COP liegt ein Kaufsignal vor, wenn der Indikator eine positive Steigung annimmt. Dies muss unter der Nulllinie erfolgen. Alternativ möglich: Wird ein gleitender Durchschnitt angelegt, kann dieser auch als Signallinie genutzt werden. Als Signal wird dann der unterhalb der Nulllinie befindliche Schnitt beider Linien angesehen.

Technische Indikatoren COP 2

Beispiel: Coppock Indikator mit gleitendem Durchschnitt (21 Tage)

- Der Schnitt einer Signallinie abwärts gerichtet bzw. nach unten sowie ein Abdrehen des Indikators nach unten oberhalb der Nulllinie gilt demgegenüber als Verkaufssignal.

- Der Coppock Indikator kann auch bei der Divergenzanalyse eingesetzt werden. Dies ist möglich, da COP ein Momentum-Indikator ist. Empfehlenswert ist hier der Einsatz auf Wochenbasis, da die Beschaffenheit des jeweils beobachteten Marktes sehr gut ergründet bzw. erforscht werden kann.

- COP zeigt ähnliche Eigenschaften wie der von Martin Pring entwickelte KST. So zeigt der Coppock Indikator zuverlässig die Hauptzyklen der Märkte an. Dies wird gerade im Monatschart eines voluminösen Aktienindizes deutlich sichtbar.

- Der Coppock Indikator fungiert auch häufig als Trendfilter.

Technische Indikatoren - Zig Zag

Der Zig Zag Indikator wird zur Analyse von Kursbewegungen einer größeren oder einer gegebenen Amplitude eingesetzt. Zum Einsatz kommt dabei eine sogenannte Zig Zag Linie, deren Knoten sich zum einen an den entsprechenden Hochs und zum anderen an den jeweiligen Tiefs befindet.

Grundsätzlich ergibt sich der Zig Zag Indikator durch die Verbindung der verschiedenen Extrempunkte oberhalb der von den Tradern selbst festgelegten Schwellen zu einer Zig Zag Kurve.

Technische Indikatoren ZigZag 1

Der Zig Zag Indikator lässt sich analog seiner Definition immer erst nach Marktschluss bilden. Daher muss auch ein bestimmter Zeitraum für den Chart festgelegt werden.

Dieser Zeitraum kann beispielsweise eine Woche, einen kompletten Monat oder auch ein Jahr betragen. Eine Interpretation von aktuellen Kursentwicklungen, also etwa innerhalb eines Tages, ist mit dem Zig Zag Indikator nicht möglich. Hier besitzt der Indikator keinerlei Aussagewert.

Ausschließlich bereits vergangene Kurs- bzw. Marktentwicklungen im Fokus

Mit diesem Indikator lassen sich innerhalb eines festgelegten Zeitraums auf einfache Art und Weise die entscheidenden Kursbewegungen bei einem sehr volatilen Kursverlauf herausfiltern bzw. herausarbeiten.

Im Detail bedeutet dies: Der Zig Zag Indikator erlaubt die einfache Beschreibung bereits vergangener Marktentwicklungen bzw. Kursentwicklungen. Dabei stehen nur die wichtigen Entwicklungen und Veränderungen im Fokus.

Nur die wesentlichen Kurs- und Marktschwankungen werden angezeigt

Die vergleichsweise unwichtigen Markt- und Kursschwankungen werden stets komplett herausgefiltert.

Somit werden durch den Zig Zag Indikator immer lediglich die signifikanten Bewegungen am Markt - also die Haupttrends - innerhalb des vom Trader festgelegten Zeitraumes wiedergegeben.

Das sogenannte Rauschen am Rande wird konsequent eliminiert. Für die Wiedergabe der Haupttrends und für die Eliminierung des Rauschens werden innerhalb eines Chartverlaufs die jeweiligen Extrempunkte miteinander verbunden.

Zudem muss der Trader hierbei einen bestimmten Schwellenwert definieren, der entweder über- oder unterschritten wurde.

Technische Indikatoren - darauf müssen Sie beim Zig Zag achten:

- Vom Zig Zag Indikator gibt es über 15 unterschiedliche Varianten.

- Er ist prädestiniert für die einfache Darstellung vergangener Kursentwicklungen sowie für die Kursbeschreibungen über einen längeren Zeitraum.

- Nicht korrekte Markierungen fragwürdiger Knoten und Verzögerungen gelten als hauptsächliche Nachteile bzw. Schwachstellen des Zig Zag Indikators.

- Für kurze Chartverläufe ist keine sinnvolle Trendbeschreibung möglich.

- Technische Indikatoren wie der Zig Zag Indikator besitzen keine Aussagekraft bzw. Relevanz für die Kursentwicklung in der Zukunft.

Technische Indikatoren - gleitende Durchschnitte

Gleitende Durchschnitte gehören zu den trendfolgenden Indikatoren. Sie zeigen an, ob ein Trend entsteht oder ob er gebrochen wurde.

Sie sind nicht nur in sämtlichen Chartprogrammen enthalten, sondern agieren auch als Bestandteil anderer Indikatoren wie beispielsweise MACD.

Gleitende Durchschnittslinien ermöglichen einen schnellen Überblick rund um die charttechnische Verfassung von Basiswerten.

Unterscheiden müssen Sie zwischen drei Arten von gleitenden Durchschnitten:

Technische Indikatoren GleitendeDurchschnitte 1

Einfach gleitender Durchschnitt (kurz: SMA):

Wird als Simple Moving Average bezeichnet. Ein gleitender Durchschnitt dieser Art wird durch die Addition von Aktien-Schlusskursen über einen bestimmten Zeitraum berechnet.

Technische Indikatoren SimpleMovingAverage

Die entsprechende Summe wird anschließend durch die Anzahl der Zeitperioden dividiert.

Im Rahmen dieser Variante erhält jeder Aktienkurs des Betrachtungszeitraums das gleiche Gewicht zugewiesen. Je weniger Perioden Sie dabei berücksichtigen, umso schneller reagiert der SMA auf einen Trendwechsel.

So nimmt zum Beispiel bereits ein einfach gleitender Durchschnitt mit einer Betrachtungsperiode von zehn Tagen einen deutlich anderen Wert an.

Linear gewichteter gleitender Durchschnitt (kurz: WMA)

WMA steht hier für Weighted Moving Average. Ein WMA wird durch die Multiplikation eines Gewichtungsfaktors zu jedem vorhergehenden Tag berechnet. Bei dieser Variante werden also die jeweiligen Kurse innerhalb des Betrachtungszeitraums mit einem bestimmten Faktor multipliziert.

Technische Indikatoren WeightedMovingAverage

Der Faktor richtet sich dabei immer nach dem Zeitpunkt des Kurses. Innerhalb einer Periode von zehn Tagen wird so der letzte, also der zehnte Kurs mit dem Faktor zehn multipliziert, der neunte bzw. der vorletzte Aktienkurs mit dem Faktor neun und immer so weiter. Anschließend müssen die summierten immer durch zehn dividiert werden.

Exponentiell gewichteter gleitender Durchschnitt (kurz: EMA)

Gleitende Durchschnitte dieser Art weisen eine Besonderheit auf.

Beim Exponentiell Moving Average fallen bei der Berechnung die älteren Kurse nicht raus. Dabei wird den Durchschnittswerten ein gewichtiger Anteil des jeweiligen Schlusskurses hinzugefügt.

Technische Indikatoren ExponentiellMovingAverage

Die Gewichtung ist zwar frei wählbar, häufig erhält der letzte Schlusskurs jedoch ein Gewicht zwischen fünf und zehn Prozent.

Technische Indikatoren - darauf müssen Sie bei gleitenden Durchschnitten achten:

- Gleitende Durchschnitte sind prinzipiell auf alle zeitlichen Periodenhorizonte anwendbar.

- Sowohl langfristig orientierte Anleger als auch Daytrader können mit gleitenden Durchschnitten arbeiten.

- Sie können die Parameter von gleitenden Durchschnitten - beispielsweise die Zahl der betrachteten Perioden oder die Gewichtung - schnell und sehr einfach anpassen.

- Die Anpassungen der jeweiligen Durchschnittslänge sind allerdings nicht ohne Risiko. Sie können zu einer Überoptimierung führen.

- Verfügt ein gleitender Durchschnitt über eine zu hohe Reagibilität, generiert er in der Regel zahlreiche Fehlsignale.

Tipp:

Gleitende Durchschnitte lassen sich ganz einfach anzeigen und bearbeiten. Bewegen Sie den Mauszeigen in den unteren Teil des Charts.

Nach einer Sekunde erscheinen die ausgeblendeten Gleitenden Durchschnitte.

Technische Indikatoren GleitendeDurchschnitte 2

Klicken Sie mit der linken Maustaste auf den GD, um diesen einzublenden. Oder mit der rechten Maustaste, um einen GD zu bearbeiten.

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